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Niedersachsen Wie kam es zum Ölunfall in Emlichheim?
Nachrichten Politik Niedersachsen Wie kam es zum Ölunfall in Emlichheim?
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17:42 06.08.2019
Eine Pferdekopfpumpe für Erdöl ist bei Emlichheim unter einer Pipeline zu sehen. Quelle: Friso Gentsch/dpa
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Hannover

Nach der erheblichen Ölleckage in Emlichheim in der Grafschaft Bentheim fordert die Grünen-Landtagsfraktion mehr Tempo bei der Schadensuntersuchung. An der Bohrstelle in der Grafschaft Bentheim sind zwischen 2014 bis 2018 bis zu 220 Millionen Liter Lagerstättenwasser ins Erdreich gelaufen – durch verrostete Rohre. Der Abgeordnete Detlev Schulz-Hendel bezeichnete die Leckage als größte in der Landesgeschichte. Viele Fragen zu dem Unfall seien noch nicht geklärt.

„Eklatantes Versagen der Sicherheitsvorkehrungen“?

Ende August wollen sich der Wirtschafts- und der Umweltschuss des Landtages in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Thema befassen. Schulz-Hendel spricht von einem „eklatanten Versagen der Sicherheitsvorkehrungen“ bei der Bohrung. Das äußere Stahlrohr der Leitung, mit der das Lagerstättenwasser wieder in das Erdreich gepresst werden sollte, sei mehr als 60 Jahre alt gewesen und auf einer Länge von 60 Metern durchgerostet.

Lagerstättenwasser entsteht automatisch bei der Erdölforderung in Niedersachsen. Es wird, nachdem das hochgepumpte Öl von dem Wasser getrennt wurde, wieder in tiefe Schichten der Erde gepresst. Schulz-Hendel weist darauf hin, dass sich in dem Lagerstättenwasser nicht nur das krebserregende Benzol befunden habe, sondern noch einige Schwermetalle.

Skepsis gegenüber den Behördenangaben

„Warum haben Betreiber Wintershall Dea und das Landesbergamt als Aufsichtsbehörde jahrelang von dem massiven Leck nichts bemerkt?“ will der Abgeordnete wissen. Auch der Feststellung der Behörden, es gebe „keine akute Gefährdung“ der Bevölkerung, will der Abgeordnete nicht so einfach glauben. Wie könne man so eine Aussage treffen, wenn das Grundwasser noch gar nicht untersucht worden sei? Die Behörden hatten darauf hingewiesen, dass sich in der Nähe der Bohrstelle keine Grundwasserbrunnen befänden. Schulz-Hendel will nun wissen, wie weit der nächste Brunnen entfernt ist.

Von Michael B. Berger

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