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Niedersachsen Hebammenausbildung: Niedersachsen startet bundesweites Pilotprojekt
Nachrichten Politik Niedersachsen Hebammenausbildung: Niedersachsen startet bundesweites Pilotprojekt
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11:05 27.11.2010
Quelle: dpa (Archiv)
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„Unser Ziel ist, Familienhebammen als feste Partnerinnen in der Jugendhilfe zu etablieren“, sagte Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Erste Weiterbildungsgänge sollen im April 2011 beginnen.

Familienhebammen betreuen schwangere Frauen, Mütter und deren Kinder, die besonderen gesundheitlichen oder sozialen Risiken ausgesetzt sind. Dazu zählen Alkohol- und Drogenabhängige genauso wie Alleinerziehende, Ausländer, Behinderte, minderjährige Mütter, Straftäterinnen und Opfer von Vergewaltigungen. Die Hebammenbetreuung endet zudem nicht wie im Regelfall acht Wochen nach der Geburt, sondern kann bei Bedarf bis zum Beginn des 2. Lebensjahr fortgesetzt werden. Nach den Worten von Özkan sollen künftig in jeder niedersächsischen Kommune Familienhebammen zum Einsatz kommen.

Die Betreuung findet in der Regel bei den Müttern zu Hause statt. Neben den normalen Hilfeleistungen (Geburtsbegleitung, Nachsorge, Ernährungsberatung etc.) achten die Familienhebammen vor allem auf die Förderung des Selbsthilfepotenzials der Mütter. So soll etwa durch die Vermittlung an Erziehungsberatungsstellen, Sozialamt, Ärzten und Psychologen eine optimale Unterstützung der Familien und Kinder sichergestellt werden.

Durch die verbindlichen Weiterbildungsvorgaben würden die Inhalte der Ausbildung ebenso wie die Zugangsvoraussetzungen auf ein einheitliches Niveau gestellt, sagte Özkan weiter. „Mit der Weiterbildung zur staatlich anerkannten Familienhebamme stärken wird die Akzeptanz dieser Berufsgruppe nachhaltig.“

In der Vergangenheit hatte die vom Land geförderte Stiftung „Eine Chance für Kinder“ in Niedersachsen bereits 220 Geburtshelfer zur Familienhebamme fortgebildet. „Diese Zahl stellt im Vergleich zu anderen Bundesländern einen Spitzenwert dar“, betonte Özkan. Bislang umfasste die Ausbildungen aber nur 170 Stunden. Bereits ausgebildete Familienhebammen müssen deshalb eine verkürzte Zusatzweiterbildung absolvieren, um die Berufsbezeichnung weiterhin nutzen zu dürfen.

dpa