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Niedersachsen Höhere Wahlbeteiligung als zur Landtagswahl 2008
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16:59 20.01.2013
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Hannover

Am Wahlsonntag um 16.30 Uhr betrug sie 53,33 Prozent, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Bei der Landtagswahl 2008 waren es um diese Uhrzeit 49,51 Prozent, am Ende waren es 57,1 Prozent. Insgesamt sind am Sonntag 6,1 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Am Vormittag lief die Landtagswahl noch schleppend an: Zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale hatten erst knapp 5,4 Prozent der Wähler ihre Stimme abgeben, wie eine Mitarbeiterin der Landeswahlleitung in Hannover mitteilte.Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung zum selben Zeitpunkt bei rund 5,7 Prozent gelegen. Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist die Beteiligung an Landtagswahlen in Niedersachsen in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen. Während im Jahr 1974 fast 85 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben, waren es 2008 nur 57,1 Prozent – der absolute Tiefpunkt. Im Vergleich zur Wahl 2003 sackte die Wahlbeteiligung gleich um 10 Prozentpunkte ab, ein nie dagewesener Rückgang. Als Grund dafür wurde vor fünf Jahren der vergleichsweise ruhige Wahlkampf angenommen.

Mit der negativen Entwicklung steht Niedersachsen nicht alleine da. Überall in Deutschland, vor allem in den neuen Bundesländern, ging das Interesse an Wahlen in den vergangenen Jahren zurück. Als Grund dafür werden Politikverdrossenheit und der Trend zu einer individualisierten Gesellschaft angeführt. Appelle, verstärkt vom Wahlrecht Gebrauch zu machen, haben bisher kaum etwas gebracht. Der absolute Tiefpunkt war 2006 in Sachsen-Anhalt mit 44,4 Prozent Beteiligung erreicht worden.

Etwas Hoffnung gibt den Parteien in Niedersachsen die Beteiligung an den Kommunalwahlen im Jahr 2011. Damals gingen 52,5 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl, fünf Jahre zuvor hatten nur 51,7 Prozent von ihnen ihre Kreuzchen gemacht.

Die Wahl in Niedersachsen wird auch in Berlin mit großer Spannung beobachtet, sie gilt als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der amtierenden CDU/FDP-Regierung unter Ministerpräsident David McAllister (CDU) und Rot-Grün voraus. Die FDP muss nach den Umfragen jedoch um den Wiedereinzug in den Landtag fürchten.

Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die CDU 42,5 Prozent bekommen und war damit stärkste Kraft geworden. Die SPD kam auf 30,1 Prozent, die FDP auf 8,2 Prozent und die Grünen auf 8,0 Prozent. Die Linke schaffte 2008 mit 7,1 Prozent erstmals in Niedersachsen den Sprung ins Parlament.

dpa/st/dapd

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