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Niedersachsen Jägerchef: „Nicht alle im Ministerium wollen Abschuss des Wolfs“
Nachrichten Politik Niedersachsen Jägerchef: „Nicht alle im Ministerium wollen Abschuss des Wolfs“
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19:14 07.08.2019
„Voraussetzung ist, dass der Wille auf allen Ebenen vorhanden ist“: Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft. Quelle: Florian Wallenwein
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Herr Dammann-Tamke, sind Kosten von 83.000 Euro für die Jagd nach dem Problemwolf noch verhältnismäßig? Wäre es nicht billiger, Ehrenamtliche einzusetzen, etwa Jäger?

Dass mit dem Einsatz von Ehrenamtlichen nur ein Bruchteil der Kosten entstehen würde, steht außer Frage. Aber nach der gegenwärtigen Rechtslage sind Ehrenamtliche nicht zuständig. Und angesichts der zugespitzten gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung, die von Wolfsschützern in jedes Dorf getragen wird, kann man von niemandem verlangen, dass er sich ehrenamtlich zwischen diese Fronten begibt. Das Drohpotenzial, das sich etwa in sozialen Netzwerken gegen Jäger und Wolfsgegner entfaltet, ist gewaltig – und auch bedrückend.

Der Problemwolf wird nun seit fast acht Monaten gejagt – erfolglos. Das Umweltministerium argumentiert, ein Grund dafür sei neben den Wolfsschützern auch die riesige Fläche, die das Rudel durchstreift. Ist das glaubwürdig?

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Aktion schon in wenigen Wochen zum Erfolg geführt werden könnte. Voraussetzung ist, dass man sie strategisch angeht und der Wille auf allen Ebenen vorhanden ist. Dass sich das jetzt schon über acht Monate hinzieht, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Haben Sie eine Vermutung, woran der Abschuss scheitert?

Meine Vermutung ist, dass nicht alle auf Arbeitsebene des Umweltministeriums und des Wolfsbüros bereit sind, den von der Hausspitze artikulierten politischen Willen auch tatkräftig umzusetzen. Daran hapert es.

Haben Sie eine Idee, wie man so eine Wolfsentnahme effektiver umsetzen könnte?

In den Ländern, die territoriale Wolfsvorkommen haben, sind die Umweltminister bereit, etwas gegen Problemwölfe zu unternehmen. Leider ist das in den anderen Ländern, wo es so gut wie keine Wölfe gibt, nicht der Fall. Auf lange Sicht wird man nicht umhin kommen, auch Jäger an der Entnahme von Wölfen zu beteiligen, weil sie in ihren Revieren einfach Bescheid wissen.

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