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Niedersachsen Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Mitarbeiterin
Nachrichten Politik Niedersachsen Staatsanwaltschaft ermittelt gegen weitere Mitarbeiterin
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00:19 01.04.2019
Bei einer Schweigeaktion für die «Kinder von Lügde» stehen Kinderschuhe auf dem Boden. Das Jugendamt Hameln soll auch in einem anderen Missbrauchsfall Fehler gemacht haben. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Hannover

Das Jugendamt des Landkreises Hameln-Pyrmont hat offenbar in einem weiteren Fall Fehler im Umgang mit Kindesmissbrauch gemacht. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen eine Mitarbeiterin der Behörde, die den möglichen Missbrauch eines Mädchens durch den Lebensgefährten der Mutter nicht der Polizei angezeigt haben soll. „Die Hinweise sollen dem Jugendamt vorgelegen haben“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas Klinge, der HAZ. Informationen, nach denen es in dem Fall auch um Kinderprostitution im so genannten Darknet geht, konnte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen.

Klinge betonte, dass der Sachverhalt noch nicht vollständig geklärt sei. Die Mitarbeiterin habe den Hinweis intern gemeldet und das Jugendamt habe daraufhin Maßnahmen ergriffen. Die Staatsanwaltschaft müsse jetzt die Frage prüfen, ob eine Information der Polizei notwendig gewesen sei. Nach Angaben von Klinge ermittelt die Staatsanwaltschaft Paderborn gegen den mutmaßlichen Täter.

Der Fall soll nicht in direkter Verbindung mit den Missbrauchsfällen von Lügde stehen. Im Kreis Lippe soll ein arbeitsloser Dauercamper mit einem Komplizen jahrelang Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Bislang gehen die Ermittler von mindestens 35 Opfern und zusätzlich von 16 Verdachtsfällen aus. Die Jugendämter in Lippe und Hameln sollen frühere Hinweise auf sexuellen Missbrauch falsch eingeschätzt haben. Zum Teil wurden Akten manipuliert. Es wird gegen Jugendamtsmitarbeiter und Polizisten ermittelt.

Der Hamelner Landrat Tjark Bartels (SPD) ist durch die Vorfälle in seinem Jugendamt politisch unter Druck geraten. Das hat inzwischen auch Auswirkungen auf die große Koalition in Hannover. Nach der scharfen Kritik an Bartels aus CDU-Reihen, hatte die SPD ein Koalitionsgespräch über das neue Polizeigesetz abgesagt.

Weiterlesen: Dieser Fall erschüttert das Vertrauen in den Staat

Von Marco Seng

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