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13:55 24.11.2019
Hannovers Landesbischof Ralf Meister wünscht sich mehr Schwung im ökologischen Umbau der Kirche. Quelle: Heiko Preller
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Hannover

Hannovers Landesbischof Ralf Meister wünscht sich für die eigene Kirche ein entschlosseneres ökologisches Handeln. Angesichts des Klimawandels müssten die Gemeinden viel intensiver nachschauen, wie sie ihre eigene Ökobilanz verbessern könnten, sagte Meister im Gespräch mit dieser Zeitung. „Trotz vieler guter Ansätze ist unser ökologischer Fußabdruck noch immer zu groß, da gibt es noch viel Luft nach oben“, sagte der Landesbischof. Die Kirche werde ihren eigenen Gebäudebestand von 8000 Immobilien gründlich durchforsten müssen, sagte Meister. Die am Dienstag beginnende Landessynode wird sich auch mit Klimaschutzprojekten befassen.

Zu spät den Ernst der Lage erkannt

Für den Landesbischof stellt der Klimawandel eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der jüngeren Vergangenheit dar. „Wir als Kirche haben schon in den Siebziger-, Achtzigerjahren den Gedanken der Bewahrung der Schöpfung hervorgehoben, dann aber in der Zwischenzeit in unseren Bemühungen nachgelassen“, sagte Meister. Er führte dies auch darauf zurück, dass man den Ernst der Lage vielfach noch nicht richtig realisiert habe. „Der Klimawandel tut uns noch nicht richtig weh. Wir haben zwar zwei verheerend heiße Sommer hinter uns und wissen, dass die Wälder langsam sterben, aber noch erscheinen sie noch als grün.“ Es scheine zur menschlichen Tragik zu gehören, dass man sich des Ernstes der Lage erst dann bewusst werde, wenn es wahrscheinlich schon zu spät sei.

Die Kirche müsste viel energischer an die ökologische Frage herangehen, meint der Bischof. Hier bleibe immer noch zu viel dem Zufall, der eigenen Bürokratie oder dem Denkmalschutz überlassen. Im Gespräch mit Mittelständlern habe er erlebt, dass diese viel konsequenter und schneller an die Umsetzung neuer ökologischer Standards machten – zum Wohle der eigenen Unternehmen wie der allgemeinen Ökobilanz. „Warum diskutieren wir nicht viel lebhafter über Fotovoltaik auf den Kirchendächern – meist wird dies mit dem Verweis auf den Denkmalschutz abgebügelt.“ Es sei gut, dass sich viele Gemeinden zum Modell der „Winterkirche“ entschlossen hätten, bei dem die Gottesdienste in den kalten Zeiten in den Gemeindehäusern stattfinden: „Das spart enorm Energie.“

Pastoren aufs Pedelec

Man müsse aber auch bei den eigenen Gebäuden noch genauer hinschauen, was zu machen sei. „Da werden wir uns fragen müssen, welche Gebäude noch sanierungsfähig sind und welche nicht. Da werden wir bei Zusammenlegung von Gemeinden viel konsequenter fragen müssen, welche Gebäude wir nicht mehr brauchen.“ Da die Kirche gewiss nicht alle ihre Gebäude auf einen energetisch hochwertigen Stand bringen könne, werde sie sich „von einer ganzen Reihe von Häusern auch trennen müssen“.

Der Bischof wünscht sich, dass viele Pastoren statt des eigenen Wagens „aufs Pedelec umsteigen“. Hier zahle die Kirche schon Zuschüsse von 1000 Euro pro E-Bike. Auch E-Autos würden in einem Pilotprojekt gefördert. Meister selbst ist auf ein E-Auto umgestiegen, das allerdings nur eine Reichweite von 300 Kilometern hat. Weitere Strecken nehme er meistens per Bahn, manchmal müsse er sich aber einen „wenig Diesel fressenden Wagen“ ausleihen. „Wir müssen bei allem unserem Tun bedenken, dass Reden und Handeln nicht auseinanderklaffen.“

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