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Niedersachsen Manfred Sohn bietet seinen Rücktritt an
Nachrichten Politik Niedersachsen Manfred Sohn bietet seinen Rücktritt an
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18:58 24.01.2013
Von Klaus Wallbaum
Ist bereit abzutreten: Manfred Sohn, Vorsitzender der Linken. Quelle: dpa
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Hannover

Nach der Niederlage bei der Landtagswahl hat der Linken-Landesvorsitzende Manfred Sohn seinen Rücktritt angeboten. „Als Vorsitzender und Spitzenkandidat der Partei bin ich bereit, die volle Verantwortung für das Debakel zu übernehmen“, schreibt Sohn in einem Beitrag für die linksgerichtete Zeitung „Junge Welt“. Einer Ablösung werde er sich „nicht in den Weg stellen“. Der neue Landesvorstand wird beim Landesparteitag am 9. Februar in Hameln gewählt.

Bisher zeichnet sich aber keine parteiinterne Bewegung gegen Sohn ab. Die Linke hatte bei der Landtagswahl 3,1 Prozent der Zweitstimmen erhalten und war nach fünf Jahren aus dem Parlament geflogen. In seinem Beitrag versucht Sohn nun eine selbstkritische Analyse. Die Wahlkampagne sei gut gewesen, auch wenn es Probleme gegeben habe, „in einigen Kreisverbänden genügend Mitglieder für eine minimale Plakatierung zu aktivieren“. Der Einsatz der Bundespolitikerin Sahra Wagenknecht und der Übertritt der SPD-Abgeordneten Sigrid Leuschner zu den Linken seien richtig gewesen, es habe dafür „überwiegend Zustimmung an den Info-Tischen“ gegeben. Trotzdem hätten beide Frauen „keine wahlentscheidende Wirkung“ entfalten können.

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Sohn spricht von einem „Kippschaltereffekt“: Dadurch, dass die Linke in den Umfragen lange Zeit bei drei Prozent gehandelt wurde, sei in der öffentlichen Wahrnehmung eine „Sogwirkung“ entstanden. Weil zudem von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU/FDP und SPD/Grüne ausgegangen worden sei, habe es keinen Raum für die Linke gegeben. Die Ergebnisse der vergangenen Landtagswahlen im Westen belegten die große Abhängigkeit der Linken von SPD und Grünen. Die Partei sei eben keine eigene Größe, sondern von den Fehlern von Rot-Grün abhängig. Eine „Massenwirkung“ könne die Linke außerdem nur entfalten, sobald SPD und Grüne in der Regierungsverantwortung seien.