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Niedersachsen Gewerkschafter Horst Fricke ist gestorben
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20:09 17.01.2020
Mitte der Neunzigerjahre: Horst Fricke (rechts), Staatssekretär Alfred Tacke und der damalige DAG-Chef Wolfgang Denia (links). Quelle: Franz Fender/HAZ-Archiv
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Hannover

Die letzten fünf Monate waren für den alten Gewerkschafter Horst Fricke bitter und von Krankheit geprägt. Vor einer Woche ist Fricke gestorben. Er war langjähriger Niedersachsen-Chef der ehemaligen Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), die im Jahr 2001 in Verdi aufging. Fricke wurde 82 Jahren alt – und war streitbar bis zuletzt.

Horst Fricke wurde 82 Jahre alt. Quelle: Rainer Dröse/Archiv Neue Presse

Strippenzieher und Fusionsbetreiber

Die vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Deutsche Rentenversicherung werden am Montag, 27. Januar, die Trauerfeier für Fricke abhalten. Denn beide Institutionen waren „seine“ Welt, obwohl er ein ÖTV-Mann war. Schließlich galt Fricke als einer der maßgeblichen Gründungsväter von Verdi und trieb von Niedersachsen aus die Fusion mit der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) voran, die nicht zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zählte. Dabei half Fricke der sich zu einer lebenslangen Freundschaft entwickelnde Kontakt zum damaligen DAG-Chef Wolfgang Denia, der später Verdi-Chef in Niedersachsen wurde. Damals traten Fricke und Denia stets im Doppelpack auf – auch wenn sie mit Lust den niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kritisierten, der sie auch mit Gänsekeulenessen nicht ruhigstellen konnte.

„Pate“ von Frank Bsirske

Fricke nutzte 1997 ausgerechnet eine 50-Jahr-Feier „seiner“ ÖTV, um auf die glänzende Kooperation mit der DAG unter Denia hinzuweisen und das Wörtchen „Fusion“ fallen zu lassen. So kamen sich die Gewerkschaften, die sich noch in den Nachkriegsjahren spinnefeind gegenüberstanden, in den späten Neunzigerjahren näher. Fricke kann auch als „Pate“ des späteren Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske gelten, der bei der Trauerfeier in Hannover sprechen wird. Denn der damalige Bezirkschef Fricke schlug den Grünen Bsirske, damals Personaldezernent in Hannover, als neuen ÖTV-Bundesvorsitzenden vor, weil Amtsinhaber Herbert Mai wegen mangelnden Zuspruchs zur Fusion nicht wieder antreten wollte.

Nach seinem Abtritt bei der ÖTV engagierte sich Fricke ehrenamtlich bei der Deutschen Rentenversicherung. Er war stets streitbar, manchmal auch etwas ruppig, konnte aber auch humorvoll sein. Zum Schluss wurde es recht einsam um ihn.

Von Michael B. Berger

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