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Niedersachsen Löcher im Handynetz: Minister geht Konzerne an
Nachrichten Politik Niedersachsen Löcher im Handynetz: Minister geht Konzerne an
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00:16 30.03.2019
Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zeigt am Mittwoch im Landtag bei der Debatte über Funklöcher Unterlagen zum gestiegenen Datenvolumen. Quelle: Ole Spata/dpa
Hannover

Beim Ausbau der Mobilfunknetze hängt Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern weit zurück. In Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr fast 4000 Funklöcher gezählt, in denen die Mobilfunknutzer keinen oder nur schwachen Empfang haben. Wenige Tage vor dem Beginn der Hannover Messe, die am Sonntagabend eröffnet wird, hat der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) deshalb an die Mobilfunkbetreiber appelliert, verstärkt in den Ausbau der Netze zu investieren. Ein zentrales Thema auf der Messe wird auch sein, wie wichtig der superschnelle Mobilfunkstandard 5G für die Industrie oder autonomes Fahren sein wird.

Die Mobilfunkunternehmen sollten nicht nur in den USA oder Österreich kräftig investieren, sondern müssten auch hierzulande alle Anstrengungen unternehmen, damit die Branche Geld verdienen könne – und die Bürger besser versorgt seien, sagte Althusmann am Mittwoch im Landtag. Nach seinen Angaben will die Telekom derzeit in Österreich eine Milliarde Euro in den Ausbau des 5G-Standards investieren.

Land stellt 20 Millionen Euro zur Verfügung

Der Wirtschaftsminister kritisierte, dass der Zustand des Mobilfunks hierzulande nicht akzeptabel sei. „Der Ausbau der Infrastruktur ist dem benötigten Datenvolumen schlicht nicht hinterhergekommen.“ Althusmann kündigte eine flächendeckende Versorgung mit dem LTE-Mobilfunkstandard in Niedersachsen bis Ende 2021 an. Das Land werde den Landkreisen 20 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um Funklöcher zu schließen. In diesem Jahr würden im Bundesland bis zu 1000 Mobilfunkstationen neu errichtet oder erweitert.

Die FDP warf der Landesregierung jedoch vor, den selbst gesteckten Zeitplan für die Verbesserung des Mobilfunknetzes nicht einzuhalten. Es müssten rechnerisch 5,8 Funklöcher pro Tag geschlossen werden, damit es bis 2021 überall LTE-Standard gebe, sagte Fraktionsvize Jörg Bode. „Mit 20 Millionen Euro kommen sie vorne und hinten nicht aus.“ Die AfD bezeichnete die Koalitionspläne als eine „öffentliche Beichte des politischen Versagens“. Die Lebenswirklichkeit in den ländlichen Räumen bleibe „trostlos“, erklärten die Grünen.

„Riesiger Nachteil für die Wirtschaft“

Auch die Wirtschaft macht Druck. Eine flächendeckende Übertragung von Mobilfunkdaten über LTE bis 2021 sei „dringend notwendig“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller, der HAZ. Ein schlechtes Mobilfunknetz sei – vor allem im ländlichen Raum – ein „riesiger Nachteil“ für die Wirtschaft und wirke sich negativ auf Investitionen in Standorte aus.

Bei der Hannover Messe wird der 5G-Standard erstmals auf einem Testfeld demonstriert. Acht Unternehmen wollen zeigen, wie die schnelle Datenübertragung eine effizientere Produktion ermöglicht. „Damit kann die künstliche Intelligenz in die Werkshallen einziehen“, sagte Messe-Chef Jochen Köckler.

Von Marco Seng

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