Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Niedersachsen In Zukunft fahren nur noch Ökobusse
Nachrichten Politik Niedersachsen In Zukunft fahren nur noch Ökobusse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:17 16.01.2019
August-Holweg-Platz in Hannover: Ein E-Bus der Linie 100 beim Aufladen. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

Busse und Bahnen in Niedersachsen sollen umweltfreundlicher werden. Die rot-schwarze Landesregierung will den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in den kommenden Jahren komplett auf Elektro-, Erdgas- und Wasserstoff-Antrieb umstellen. Das kündigte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Mittwoch in Hannover bei der Vorstellung des ÖPNV-Förderprogramms für 2019 an. „Wir wollen den ÖPNV Schritt für Schritt umstellen“, sagte Althusmann. Der Prozess solle möglichst bis 2030 abgeschlossen sein.

Als Beispiel für die Energiewende im öffentlichen Nahverkehr nannte Althusmann Hannover, wo die Verkehrsgesellschaft Üstra in diesem Jahr 29  Busse mit Elektroantrieb beschaffen will – für rund 22 Millionen Euro. „Das werden wir auch fördern“, sagte Althusmann. In Hannover soll der Busbetrieb bis 2023 komplett auf Elektroantrieb umgestellt werden. In Oldenburg wollen die Verkehrsbetriebe in diesem Jahr 25 Busse mit Erdgas-Antrieb kaufen. Es gehe auch darum, die Luftqualität zu verbessern, sagt der Minister. In Hannover und Oldenburg drohen wegen zu hoher Stickoxidwerte Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge.

Anzeige

Nach Althusmanns Angaben haben von den 237 Bussen landesweit, deren Kauf das Land in diesem Jahr mit 24,6 Millionen Euro fördern will, 16 Prozent einen Elektro- und 10 Prozent einen Gasantrieb. Eine höhere Quote sei derzeit nicht möglich. Zum einen setzen offenbar vor allem viele Kommunen im ländlichen Raum noch auf Diesel-Antrieb, zum anderen sind die Kapazitäten begrenzt, weil die Öko-Busse aus Polen oder Dänemark beschafft werden müssen. „Wir hätten die E-Busse gar nicht, wenn sie alle bestellen würden“, sagte der Minister.

Bei den Zügen setzt das Land auf die erfolgreich getestete Wasserstofftechnologie. „Es wäre ein gutes Signal, wenn alle Bundesländer Schritt für Schritt den Schienen-Nahverkehr auf Wasserstoff umstellen würden“, sagte Althusmann. Immerhin seien 40 Prozent der Bahnstrecken in Deutschland nicht elektrifiziert.

Niedersachsen will den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) auch durch moderne Technologie attraktiver machen. „Wir wollen das W-Lan-Angebot in den Zügen deutlich ausweiten“, sagte Althusmann. 145 Fahrzeuge seien bereits nachgerüstet. Bis 2020 solle die Quote bei 70 Prozent liegen. Echtzeit-Informationssysteme sollen den Fahrgästen im ganzen Land anzeigen, wo ihr Bus oder ihre Bahn gerade steckt. Zudem ist eine Handy-App für Fahrpläne und Ticket-Käufe geplant

Das Land fördert in diesem Jahr insgesamt 292 ÖPNV-Einzelprojekte der Kommunen mit rund 96,6 Millionen Euro, knapp 21 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Zusammen mit den kommunalen Investitionen stünden damit 197 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Althusmann. „Mit unserem umfangreichen Förderprogramm verbessern wir den Öffentlichen Personennahverkehr und damit nachhaltig die Mobilität der Bürger im ganzen Land.“ Sämtliche von den Antragstellern angemeldeten, förderfähigen und baureifen Projekte könnten berücksichtigt werden. Althusmann: „Es ist wichtig, dass die Kommunen erkennen, wie wichtig Mobilität für die Lebensqualität ist.“

Der Minister nannte als besonders wichtige Großprojekte unter anderem den Bau von Hochbahnsteigen und Gleiserneuerungen bei den Stadtbahnen in Hannover (30,5 Millionen Euro Förderung) und Braunschweig (5,2 Millionen Euro) sowie die Erneuerung eines Busbetriebshofs in Oldenburg für Erdgasbusse (1,2 Millionen Euro). Sieben bereits bestehende Buslinien zwischen kleineren Städten sollen ausgebaut werden, unter anderem zwischen Nienburg und Sulingen, 864 Bushaltestellen modernisiert und barrierefrei gestaltet werden.

Niedersachsen legt jährlich ein landesweites Förderprogramm für den ÖPNV auf. Im Programm sind insbesondere Infrastrukturprojekte wie der Um- und Ausbau sowie die Grunderneuerung von Bushaltestellen, zentralen Omnibusbahnhöfen, Busbetriebshöfen, Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen sowie die Förderung von Landesbuslinien enthalten. Die Zuschüsse des Landes stammen aus Verkehrs- und Regionalisierungsmitteln des Landes. Das ÖPNV-Förderprogramm wird durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) umgesetzt.

Von Marco Seng

Niedersachsen Regierungskommission gerügt - Zur Wirkungslosigkeit verdammt?
16.01.2019
Niedersachsen Europaministerin Honé zum Brexit - Niedersachsen will Briten einbürgern
19.01.2019