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Niedersachsen CDU stellt sich nach Wahlpleite neu auf
Nachrichten Politik Niedersachsen CDU stellt sich nach Wahlpleite neu auf
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08:47 16.08.2013
Nach der verlorenden Landtagswahl stellt sich die CDU neu auf. David McAllister (CDU) verlor im Januar gegen Stephan Weil (SPD). Quelle: dpa
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Hannover

Nur 334 Erststimmen fehlten, sie bescherten der CDU Anfang des Jahres den Machtverlust in Niedersachsen. Nun hat sich die Partei vom traumatischen Schock ihrer hauchdünnen Niederlage dort erholt.

Nach langer Abstinenz auf der öffentlichen Bühne bläst CDU-Landeschef David McAllister wieder zum Angriff: An diesem Samstag will er in Cloppenburg den Bundestagswahlkampf zwischen Harz und Heide auf Touren bringen, zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel und der niedersächsischen CDU-Spitzenkandidatin Ursula von der Leyen. Und überall versichert McAllister in diesen Tagen, die Landtagswahl am 20. Januar sei nur das Hinspiel gewesen: "Das haben wir in der Verlängerung nach Elfmeterschießen ganz knapp verloren. Ich freue mich auf das Rückspiel am 22. September, und dann siegen wir."

Seit bekannt ist, dass der Deutsch-Schotte die Landespolitik verlassen will und 2014 für das Europaparlament kandidiert, haben die Spekulationen über das künftige Spitzenpersonal eingesetzt. Denn viele prominente Köpfe schlugen seit der Wahl neue Wege ein: Ex-Bildungsministerin Johanna Wanka rückte für Annette Schavan ins Bundeskabinett nach, Ex-Finanzminister Hartmut Möllring ging als Wissenschaftsminister nach Sachsen-Anhalt, Ex-Innenminister Uwe Schünemann kandidiert als Landrat im Kreis Hameln-Pyrmont und Ex-Kultusminister Bernd Althusmann will nach Namibia auswandern. Vor allem er galt bis dato als möglicher Spitzenkandidat für die nächste Landtagswahl.

Laufen der CDU in Niedersachsen nun die Hoffnungsträger davon? Generalsekretär Ulf Thiele sieht das nicht so: McAllister bleibe auch bei einem Wechsel nach Brüssel CDU-Landesvorsitzender, betont er. Zudem gebe es konstante Größen, etwa die frühere Sozialministerin Aygül Özkan - die sitzt allerdings nicht mal mehr im Landtag, sie muss auf einen Platz als Nachrückerin hoffen.

Auch Bundesarbeitsministerin von der Leyen ist um die Zukunft der Union in ihrer Heimat nicht bange. "Die CDU Niedersachsen hat zehn Jahre lang hart geackert und stellt heute fest, dass andere die Früchte ihrer Arbeit ernten. Das ist hart, aber das war eine demokratische Entscheidung", sagt sie. Doch sie sieht auch Vorteile: Man könne in solchen Situationen klarer erkennen, wer verlässliche Freunde seien.
Für den CDU-Landesparteitag in Cloppenburg hat McAllister nach langer öffentlicher Abstinenz eine Grundsatzrede angekündigt. Dazu gehört auch die Abgrenzung zum einstigen Koalitionspartner FDP. Von der Leyen betont: "Wir müssen im Land die Botschaft verbreiten: Wer Angela Merkel als Kanzlerin haben will, der muss auch CDU wählen." Hier hängen die Erfahrungen der verlorenen Landtagswahl nach: Damals hatten viele CDU-Wähler aus taktischen Gründen ihr Kreuz bei der FDP gemacht, weil dieser das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde prognostiziert wurde. Ergebnis: Die FDP kam auf fast zehn Prozent, bei der CDU fehlten letztlich Stimmen.

Die Oppositionsrolle hat die CDU inzwischen angenommen. Nun ist es Zeit für eine neue Generation, sich politisch zu profilieren. Etwa für Björn Thümler, seit 2010 an der Spitze der Landtagsfraktion; oder für Generalsekretär Thiele aus Ostfriesland. Auf kommunaler Ebene versucht das CDU-Neuzugang Matthias Waldraff, ein prominenter Anwalt. Er will in Hannover das seit Jahrzehnten rote Rathaus erobern und Oberbürgermeister werden. Die nächste Landtagswahl ist ohnehin erst 2018 - Zeit genug für die Niedersachsen-CDU, neues Spitzenpersonal aufzubauen.

dpa

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