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00:15 12.09.2013
Von Michael B. Berger
Am Mittwoch werden im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen die ersten Flüchtlinge ankommen. Quelle: dpa
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Hannover

„Wir sind gut vorbereitet, die Betten sind bereits gemacht“, sagte Lagerleiter Heinrich Hörnschemeyer.  Die Kapazitäten in der Aufnahmestelle Friedland, in der derzeit 450 Asylbewerber leben, reichten bis maximal 700 Personen, berichtet der Lagerleiter. „Wir haben bereits 160 syrische Asylbewerber hier, sodass die Ankunft weiterer Landsleute für uns nichts Ungewöhnliches ist“, sagt Hörnschemeyer.

Die 107 Syrer, die am Mittwoch von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und seinem niedersächsischen Kollegen Boris Pistorius (SPD) in Hannover empfangen werden, gehören zu 5000 Flüchtlingen, die in geschlossenen Kontingenten nach Deutschland kommen. Sie müssen kein langwieriges Asylverfahren durchlaufen, sondern bekommen sofort einen Aufenthaltsstatus. Die Bundesrepublik nimmt die Flüchtlinge aus humanitären Gründen auf, sie erhalten im Gegensatz zu „normalen“ Asylbewerbern auch eine Arbeitserlaubnis – erst einmal für zwei Jahre. Insgesamt befinden sich zwei Millionen Syrer auf der Flucht, darunter eine Million Kinder.

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Neben den erwarteten Kontingentflüchtlingen kommen auch viele Flüchtlinge „auf eigene Faust“ in die Bundesrepublik – und stellen hier einen Asylantrag. Nach Auskunft des Landesinnenministeriums dürften wegen des Krieges die Aussichten recht hoch sein, anerkannt zu werden, da die Anerkennungsquoten auf „subsidiären Schutz“ sehr hoch seien. „Damit sind sie quasi raus aus der Illegalität und können sofort arbeiten“, hieß es im Innenministerium.

In Friedland bleiben die Flüchtlinge, die im Lager möglichst im Familienverband untergebracht werden, 14 Tage. Dann werden sie nach einem bestimmten Schlüssel, der sich nach der Bevölkerungsstärke der jeweiligen Bundesländer ausrichtet, über ganz Deutschland verteilt.

Niedersachsen nimmt knapp 500 dieser Kontingentflüchtlinge auf. In einem Fünf-Tage-Kursus werden die Neuankömmlinge auf das Leben in Deutschland vorbereitet – „das reicht vom Umgang mit den Behörden bis zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel“, sagt Lagerleiter Hörnschemeyer.

UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres hat unterdessen Deutschlands Aufnahmeaktion als beispielhaft gelobt. Er hoffe, dass mehr Staaten mit ähnlichen Entscheidungen den Menschen helfen, vor der Gewalt zu fliehen, sagte der UN-Flüchtlingskommissar. Deutschland hat seit Beginn des Krieges im März 2011 etwa 15 500 syrische Asylbewerber aufgenommen.

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