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Niedersachsen CDU-Nachwuchs attackiert die Grünen
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20:15 31.03.2019
Altbundespräsident Christian Wulff während seiner Rede vor den Delegierten der Jungen Union Quelle: Constantin Iliopoulos
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Wolfsburg

So einen Auftritt hatte Christian Wulff wohl schon lange nicht mehr. Unter dem Jubel der mehr als 400 Teilnehmer des Niedersachsentages zieht er in den großen Saal im Wolfsburger Congress-Park ein – untermalt von harter Rockmusik der Band AC/DC. Nach der 37-minütigen Rede des früheren Bundespräsidenten steht der CDU-Nachwuchs fast geschlossen auf und applaudiert frenetisch. Wulffs Auftritt ist der erste größere bei seiner Partei seit dem Rücktritt als Bundespräsident im Jahr 2012. „Wir in der Jungen Union wissen, das man auch zu seinen Leuten steht, wenn ein bisschen Wind von vorne kommt“, sagt der neue Bundesvorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, bei der Begrüßung von Wulff. „Einmal JUler, immer JUler.“

Wulff: „Wenn Macron scheitert, ist die EU in Gefahr“

Kuban hat nach eigenen Angaben lange um Wulff geworben – und wird nicht enttäuscht. Der ehemalige Bundespräsident tritt in Wolfsburg auf wie in besten Tagen: staatsmännisch, weitsichtig, mahnend. Wulff fordert die Deutschen auf, angesichts des erstarkenden Nationalismus wieder mehr für Frieden und Freiheit in Europa zu kämpfen. „Ich bitte sie, für dieses Europa zu streiten, für die liberale Demokratie zu streiten, für die bunte Republik Deutschland einzutreten“, sagt Wulff. Dafür lohne sich jede Anstrengung. „Wenn es Europa gut geht, geht es uns auch gut.“

Der ehemalige Bundespräsident forderte von der Politik in Deutschland mehr Unterstützung für die jüngsten Vorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur Reform der Europäischen Union. Macron sei die letzte Chance für Frankreich und Europa – die letzte Chance, um die Rechtspopulistin Marine le Pen zu verhindern. „Wenn Macron scheitert, ist die EU in Gefahr.“ Wulff fordert die Bürger auf, wachsamer zu sein und bei der Europawahl im Mai ein Zeichen zu setzen. „Die Demokratie ist die schwächste aller Staatsformen, wenn sie angegriffen wird.“

Für ein komplettes Kontrastprogramm und Erheiterung sorgt danach der spontane Auftritt des Landtagsabgeordneten Uwe Dorendorf, der die Grünen für das ganze Übel der Welt verantwortlich machen will. „Die Grünen sind gefährlich. Die klauen euer Portemonnaie und helfen euch hinterher beim suchen.“ Da johlt der Saal.

Aber es wird auch schnell wieder ernst. Der Unions-Fraktionschef im Bundestag, Ralph Brinkhaus, bekommt zu spüren, dass die Junge Union keine Probleme damit hat, sich mit der Mutterpartei anzulegen. Beim Thema Upload-Filter wird ein Generationenkonflikt deutlich. „Das Thema hat die CDU volle Kanne verschlafen“, sagt ein Delegierter. Auch beim Thema Landwirtschaft nimmt der Nachwuchs kein Blatt vor den Mund. Warum sollten die Landwirte angesichts von zahlreichen Gesetzesverschärfungen der großen Koalition in Berlin noch CDU wählen? Brinkhaus reagiert teilweise flapsig. Über Europa reden hat ihm sichtlich mehr Spaß gemacht.

Die Wahl des neuen JU-Landeschef ist anschließend nur Formsache. Der einzige Kandidat, Christian Fühner, wird mit rund 85 Prozent der Delegierten-Stimmen zum Nachfolger von Kuban gewählt. Der 31-jährige Fühner gibt sich in seiner Rede kämpferisch: „Wir unterscheiden uns in unserer Grund-DNA von der Grünen Jugend. Wir machen uns nämlich nicht zuerst darüber Gedanken, was nicht geht, wo man etwas verbieten kann, wie wir Menschen einschränken oder welche Steuern eingeführt werden sollten. Wir reden nicht zuerst darüber, dass wir noch mehr Geld umverteilen müssen“, sagt der Landtagsabgeordnete aus Lingen.

Von Marco Seng

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff fordert mehr Engagement für die Europäische Union. Seine Rede beim Parteitag der Jungen Union in Wolfsburg war der erste größere Parteiauftritt seit 2012.

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