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Niedersachsen Polizei ist sicher: Wir bewachen den richtigen Mafiaboss
Nachrichten Politik Niedersachsen Polizei ist sicher: Wir bewachen den richtigen Mafiaboss
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19:45 18.02.2020
Ein Polizeifahrzeug steht vor der Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Seit mehr als zehn Tagen wird dort ein mutmaßlicher Mafiaboss aus Montenegro behandelt. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Die Polizei hat indirekt Spekulationen zurückgewiesen, dass es sich bei dem in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in Behandlungen befindlichen Igor K. nicht um einen mutmaßlichen Mafiaboss handeln könnte. Nach HAZ-Informationen sind sich die beteiligten Sicherheitsbehörden „zu 100 Prozent sicher“, dass die mit Schussverletzungen in die Klinik eingelieferte Person das Clanmitglied Igor K. aus Montenegro ist. Offiziell will sich die zuständige Polizeidirektion Hannover nicht dazu äußern.

Anwalt spricht von Verwechslung

Der Rechtsanwalt des Patienten, der bereits seit 7. Februar in der MHH behandelt und seitdem von einem Großaufgebot der Polizei bewacht wird, hatte am Montag von einer Verwechslung gesprochen. Sein Mandant Igor K. sei nicht vorbestraft und habe nichts mit der Mafia in Montenegro zu tun, sagte der Anwalt. Danach soll das Clanmitglied gleichen Namens auch wesentlich älter sein.

In der Medizinischen Hochschule Hannover wird offenbar ein hochrangiger Mafiaboss aus Montenegro behandelt. Die Polizei ist deshalb mit einem Großaufgebot an der Klinik im Einsatz. Die Beamten überprüfen jeden, der auf das Gelände will.

Nach HAZ-Informationen wurde die Polizei am Freitagabend, 7. Februar, von der MHH knapp 20 Minuten nach der Aufnahme von Igor K. darüber informiert, dass die Umstände „ungewöhnlich“ seien. Zunächst nahm demnach eine Streife die Personalien des Patienten auf. Erst einen Tag später stellte die Polizei zwei bis vier Beamte zur Bewachung ab, heißt es in internen MHH-Protokollen. Am 10. Februar hatte die Polizei dann neue Erkenntnisse über die hohe Gefährdung des Patienten und schickte ein Sondereinsatzkommando. Einen Tag später, also am 11. Februar, wurde über eine Verlegung von Igor K. diskutiert.

Zahlung in drei Tranchen

Der angeschossene Igor K. war zunächst in einer Klinik in Montenegro behandelt worden. Dieses Krankenhaus habe die MHH am 3. Februar kontaktiert und später medizinische Daten geschickt. Die MHH habe einen Kostenvoranschlag erstellt. Das Geld – angeblich rund 90.000 Euro – soll in drei Tranchen überwiesen worden sein.

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Von Marco Seng

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