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Niedersachsen Rat stimmt für Bau des Kohlekraftwerks in Stade
Nachrichten Politik Niedersachsen Rat stimmt für Bau des Kohlekraftwerks in Stade
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10:47 29.07.2014
Umweltschützer demonstrierten am Montag vor dem Rathaus von Stade gegen den geplanten Bau des umstrittenen Kohlekraftwerks auf dem Gelände des Chemiewerks Dow in Bützfleth. Quelle: Greenpeace
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Stade

Der Rat der Stadt Stade hat den Weg für das umstrittene Kohlekraftwerk auf dem Gelände des Chemiewerks von Dow geebnet. Das kommunale Parlament stimmte am Montagabend mit 32 zu 8 Stimmen für das 1,2 Milliarden Euro teure Projekt in Bützfleth an der Elbe. Umweltschützer hatten vor dem Rathaus gegen das nach Angaben von Greenpeace letzte in Deutschland noch geplante Kohlekraftwerk protestiert. Sie warnten vor den Folgen für das Klima und die Gesundheit. Der BUND werde gegen den Kraftwerksbau klagen, kündigte eine Sprecherin an.

Nach Ansicht der Befürworter sichert das 800-Megawatt-Kraftwerk den Standort des Chemiewerks, das auf verlässlich günstigen Strom angewiesen sei. Ein Sprecher von Dow betonte, dass modernste Technik eingesetzt werde und der Schadstoffausstoß unter den zulässigen Grenzwerten liege. Neben Steinkohle sollen Biomasse und Wasserstoff verbrannt werden. Das Kraftwerk, das 1,2 Milliarden Euro koste, werde außer Strom auch Wärme liefern. Dow produziert in Stade hauptsächlich Grundstoffe für die Chemieindustrie.

Die Gegner des Kraftwerks postierten sich mit Bergwerksloren vor dem Rathaus. „Kohlekraft blockiert die Energiewende“ hatten sie auf die im Steinkohlebergbau eingesetzten Waggons geschrieben. Sie befürchten gesundheitliche Risiken unter anderem durch krebserzeugenden Feinstaub. „Eine Studie belegt, dass der Schadstoffausstoß des Stader Kohlekraftwerks jährlich zu 75 Todesfällen und fast 17.000 krankheitsbedingten Ausfalltagen führen wird“, sagte Greenpeace-Sprecher Holger Becker. Zu der Protestaktion hatten neben Greenpeace der BUND, der Nabu und eine örtliche Bürgerinitiative aufgerufen. 

dpa

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