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Niedersachsen Wohnen in Niedersachsen: Trend geht wieder zum Umzug aufs Land
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15:46 08.07.2019
Olaf Lies (SPD, Umwelt- und Bauminister von Niedersachsen) will mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Hannover

Nach Jahren der Landflucht gibt es eine Trendumkehr: Junge Familien zieht es verstärkt aufs Land – eine Folge der hohen Bau- und Grundstückspreise in den Städten. Dies ist eines der Ergebnisse des jüngsten Wohnungsmarktberichtes, den Umwelt- und Bauminister Olaf Lies (SPD) am Montag in Hannover vorstellte.

Es fehlen altersgerechte Wohnungen

„Der Neubaudruck in den großen Städten hält nach wie vor an, aber wächst zunehmend auch auf dem Land“. skizzierte Michael Kiesewetter, Vorstandsvorsitzender der N-Bank. Sowohl in den Zentren als auch auf dem Land steige die Zahl kleiner Haushalte mit kleinem Einkommen, für die bezahlbarer Wohnraum gebraucht werde.

Lies nannte auch die Schaffung von altersgerechtem, barrierefreien Wohnraum als große Herausforderung, der eine veränderte Bauordnung in Niedersachsen Rechnung trage. So müssten Neubauten mit mehr als vier Wohnungen seit 2018 barrierefrei sein und niedrigere mehrstöckige Häuser so geplant werden, dass sie mit einem Aufzug nachgerüstet werden könnten.

Werbung für Geschosswohnungsbau – auf dem Land

Susanne Schmitt, Direktorin des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Niedersachsen, merkte an, dass zum erklärten Ziel, bis 2030 etwa 40.000 zusätzliche Wohnungen in Niedersachsen zu schaffen „noch einige Steine auf dem Weg liegen“. So brauche man etwa auch in Mittelzentren mehr Baugenehmigungen für Geschosswohnungsbau, dem die Bevölkerung in einigen Kommunen sehr kritisch gegenüberstehe.

In den Zentren bestehe nach wie vor Neubaudruck, skizziert der Bericht. Den jährlichen Bedarf mit Neubauwohnungen beziffert er in Hannover mit 2400 Wohnungen, in Braunschweig mit 770, Oldenburg mit 645, Osnabrück mit 490, Göttingen mit 435 und in Lüneburg mit 375 Wohnungen.

Niedersachsen hat derzeit 7,96 Millionen Einwohner, gut zwei Prozent mehr als 2012. Zog es vor Jahren noch viele Menschen in die großen Städte wie Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Osnabrück, gebe es jetzt spürbare Veränderungen der Wanderungsströme – zuerst in das Umland größerer Städte, dann auch in den ländlichen Raum. Vor allem Familien zögen verstärkt aufs Land, vorausgesetzt, die Pendeldistanz zu den Arbeitsmarktzentren ist nicht zu lang und die Anbindung zu den überregionalen Verkehrswegen stimmt. So zählen sogar dünn besiedelte Landkreise wie Northeim, Nienburg an der Weser, Cuxhaven und Cloppenburg derzeit noch zu den „Wanderungsgewinnern“ .

Mitte der 20er Jahre schrumpft die Bevölkerung

Spätestens Mitte der 2020er Jahre werde die Bevölkerung jedoch schrumpfen – bis 2040 auf 7,59 Millionen Einwohner. Aber gleichzeitig werde die Zahl der Einpersonenhaushalte anwachsen, von 1,68 Millionen auf 1,77 Millionen, skizziert der Bericht. Während in großen Städten wie Hannover, Oldenburg und Lüneburg aber auch in Cloppenburg die Zahl der Haushalte auch bis 2040 wachse, werde sie langfristig in Stadthagen, Celle, Hildesheim, Solrau und Emden schrumpfen. Als „stabil“ und bis 2025 sogar noch wachsend werden die Städte Hameln, Meppen, Wolfsburg, Nienburg und Neustadt am Rübenberge aufgezählt.

Minister Lies warnte davor, den ländlichen Raum abzuhängen oder auch schlecht zu reden. „Wir müssen mit entsprechenden Angeboten dafür sorgen, dass unsere kleineren und mittleren Städte atrraktiv bleiben“, sagte der Minister.

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Von Michael B. Berger

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