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Niedersachsen Land warnt vor Gefahr durch Tiefkühlkost und Kinderstiefel
Nachrichten Politik Niedersachsen Land warnt vor Gefahr durch Tiefkühlkost und Kinderstiefel
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17:58 23.08.2019
Ein Kartoffelchip wird im Lebensmittelinstitut in Braunschweig zur Untersuchung vorbereitet. Quelle: Peter Steffen/dpa
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Hannover

Das Agrarministerium warnt vor Bakterien in Tiefkühlkost und Schadstoffen in Kinderstiefeln. Das Ernährungsverhalten gehe in Richtung Rohkostverzehr, das könne bei Tiefkühlgemüse „gesundheitsgefährdend“ sein, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bei der Vorstellung des Verbraucherschutzberichtes 2018 am Freitag in Hannover. So seien in einem Drittel von 38 im vergangenen Jahr untersuchten Proben Listerien festgestellt worden. Otte-Kinast empfahl, das Tiefkühlgemüse vor dem Verzehr durchzuerhitzen, um die Keime abzutöten. Das gelte auch für Tiefkühlkräuter. „Man muss im Hinterkopf haben, dass rohes Gemüse und Kräuter krank machen können.“ Es bleibe ein Restrisiko.

Schwermetalle und Lösungsmittel in Gummistiefeln

Auch bei der Untersuchung von Gummistiefeln für Kinder haben die Behörden laut Otte-Kinast mehrere Produkte beanstandet. Dabei seien Schwermetalle, Lösungsmittel und Chemikalien nachgewiesen worden, die teilweise als krebserregend gelten. „Kinder sollten Gummistiefel so kurz wie möglich und mit Baumwollsocken tragen“, sagte die CDU-Politikerin.

Das Agrarministerium warnte auch vor dem Verzehr von Trockenfisch, der lebensgefährliche Keime enthalten könnte. „Botulismus ist eine echt gefährliche Krankheit“, sagte Otte-Kinast. Probenentnahmen bei Eiscafés und Konditoreien hätten zudem einen teilweise bedenklichen Hygienezustand bei der Zubereitung von Schlagsahne gezeigt. Fast die Hälfte der Proben seien von der Keimzahl auffällig gewesen.

Beanstandungen bei der Hälfte der Kontrollen

Nach Angaben der Ministerin hatte es 2018 bei 51 Prozent aller Kontrollen Beanstandungen gegeben. Dies seien etwa zur Hälfte Verstöße gegen die Betriebshygiene gewesen, darunter fielen auch bauliche Mängel. Daneben habe es Mängel bei der betrieblichen Eigenkontrolle und Kennzeichnungsfehler gegeben. „Bei über 60.000 Kontrollen gab es nur 534 Bußgeldverfahren und 105 Strafverfahren, das zeigt wie gering der Anteil schwerwiegender Verstöße ist“, sagte Otte-Kinast. Trotz aller Warnungen seien die Lebens- und Futtermittel in Niedersachsen „sehr sicher“.

Die Agrarministerin wies auch auf die strengen Kontrollen von Schlachthöfen seit November 2018 hin. Inzwischen seien 55 Schlachtbetriebe unangemeldet kontrolliert worden. In vielen Fälle seien Mängel festgestellt worden – etwa bei der Dokumentation, bei den verwendeten Geräten oder den Betäubungszeiten der Tiere. „Ich werde diese Verstöße nicht dulden“, sagte Otte-Kinast.

Landkreise fordern mehr Geld und Personal

Der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer, appellierte indes an die Ministerin, den kommunalen Behörden mehr Geld und Personal für Überwachung und Kontrolle von Lebensmittelbetrieben zur Verfügung zu stellen. „Wir sind personell an den Grenzen angekommen“, sagte Meyer. „Wenn es uns ernst ist mit dem Tierschutz, dann muss man die finanzielle Ausstattung der unteren Veterinärbehörden verbessern.“ Meyer bezifferte den Bedarf mit mindestens 10 Millionen Euro. Man sei darüber in Gesprächen mit dem Land. Die Veterinärbehörden haben danach zurzeit rund 1600 Mitarbeiter.

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Von Marco Seng

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