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Niedersachsen Volksbegehren will längere Schulzeit durchsetzen
Nachrichten Politik Niedersachsen Volksbegehren will längere Schulzeit durchsetzen
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19:01 05.09.2009
Eltern befürchten eine Überlastung ihrer Kinder durch die Verkürzung des Schulzeit auf 12 Jahre.
Eltern befürchten eine Überlastung ihrer Kinder durch die Verkürzung des Schulzeit auf 12 Jahre. Quelle: ddp
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Niedersächsische Gymnasien und Gesamtschulen sollen nach Ansicht von Elternvertretern selber darüber entscheiden können, ob sie das Abitur nach sieben oder acht Jahren wollen. Mit diesem Ziel hätten Elternschaften aus Hannover, Göttingen, Oldenburg und Braunschweig ein Volksbegehren auf den Weg gebracht, sagte die Vorsitzende des Braunschweiger Stadtelternrats, Regina de Rose, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Gegen die Verkürzung der Schulzeit für Abiturienten von 13 auf 12 Jahre gibt es Widerstand, vor allem weil Eltern eine Überlastung ihrer Kinder durch den komprimierten Unterrichtsstoff fürchten.

„Es gibt auch Elite-Schulen, die sagen, sie würden sogar das G6 anbieten“, sagte de Rose. Man müsse es aber jeder Schule selbst überlassen zu entscheiden, ob das machbar sei oder nicht. „Was wir damit auch erzielen wollen ist, dass die Realschulen wieder attraktiver werden.“ Mit einem vernünftigen Abschluss könnte man dann wieder ganz bequem ans Gymnasium wechseln.“ Nach der G8-Regelung müssen Realschul-Absolventen, die das Abitur anstrebten, die zehnte Klasse am Gymnasium wiederholen.

Ein weiteres Ziel des Volksbegehrens ist es, die Gründung von Integrierten Gesamtschulen (IGS) zu erleichtern. Die bisherige Vorgabe, dass es mindestens fünf Klassen pro Jahrgang geben muss, soll nach dem Willen der Elternvertreter auf vier herabgesetzt werden. „Damit wird es auch möglich, an Standorten, die ein bisschen weiter draußen liegen, Gesamtschulen zu gründen.“

Mindestens 25.000 Unterschriften müssen binnen sechs Monaten zusammenkommen, damit das Begehren überhaupt zugelassen wird. Insgesamt müssen dann nach einem weiteren halben Jahr 600.000 Unterschriften vorliegen, um den Gesetzentwurf bei der Landesregierung einzureichen. Dies ist ein logistischer Kraftakt, für den die Elternvertreter gerüstet sind: „Unsere Möglichkeit ist, die Kreis- und Stadtelternräte ins Boot zu holen, über das Thema zu informieren und zu sehen, ob die in ihren Gemeinden Büros einrichten.“

Sollte die Initiative an formalen Hürden scheitern, will sie aber nicht aufgeben: „Wir planen schon den nächsten Bildungsstreik für November.“

lni