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Niedersachsen Weil hat Heimspiel, Lies gibt nicht auf
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21:57 10.11.2011
Von Michael B. Berger
Klarer Vorsprung für Stephan Weil (links): Hannovers Rathauschef erhält bei der Kandidatensuche kräftig Applaus – obwohl das Publikum auch mit Konkurrent Olaf Lies höflich umgeht. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Die Niedersachsenhalle im Kongresszentrum ist rappelvoll. Es müssen noch Stühle an den Rändern aufgestellt werden. 750 Sozialdemokraten wollen erleben, wie sich Stephan Weil, Hannovers Oberbürgermeister, und Olaf Lies, der Herausforderer des Platzhirsches, diesmal im SPD-internen Duell um die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl bewähren. Zum vierten Mal treffen Weil und Lies jetzt aufeinander. Beide sind lockerer geworden bei der Eigenwerbung, deren Ernte erst am 27. November eingefahren wird, wenn die SPD ihre 65.000 Mitglieder an die Wahlurnen ruft.

„In den Zeitungen ist von einem Casting, ja einem Duell gesprochen worden. Dabei gehen die beiden fair miteinander um“, meint die Moderatorin: „Es macht richtig Spaß mit den beiden.“ Naja. Hinter den Kulissen ist die Anspannung spürbar gewachsen, die Gräben zwischen der Weil-Fraktion und der Lies-Fraktion sind in der Landtagsfraktion deutlich zu spüren. Selbst in der Altstadt-Stammkneipe „Klickmühle“ sitzen die Lager an getrennten Tischen.

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Pointierter als noch in Lüneburg, wo die Vorstellungsrunde vor zehn Tagen begann, sagen Weil und Lies, für was sie stehen. Weil präsentiert sich als entschlossener Tatmensch, der in seinen Jahren als Kämmerer und Oberbürgermeister bewiesen habe, dass er regieren kann. Er betont, keine Blankoschecks auszustellen, er mache „nicht nur schöne Worte“, sondern könne seinen Kurs auch mit Taten belegen.

„Entscheidend wird für den Spitzenkandidaten nicht sein, was er gemacht hat, sondern welche Visionen er für einen Neuanfang Niedersachsen hat“, entgegnet Lies. Mit dem Regieren hat er zwar keine Erfahrungen, gibt sich aber als Neuerer und Visionär: „Ich kann Menschen mit den Herzen erreichen.“ Obwohl Weil in Hannover wesentlich kämpferischer auftritt als zu Anfang der Regionalkonferenzen, gibt Lies nicht auf. Der Beifall ist – auch in Hannover – nur etwas geringer als beim Platzhirschen Weil. Groß wird der Applaus, als Lies den Fall der vietnamesischen Familie Nguyen aufgreift, die diese Woche aus Niedersachsen abgeschoben worden ist, obwohl sie bestens integriert war. „Dieser Innenminister muss weg, er handelt unmenschlich.“

Lies sichert wieder einmal zu, nach einem Wahlsieg die Studiengebühren abschaffen zu wollen. Das erklärt auch Weil, nachdem eine Studentin behauptet hat, seine Frau, Präsidentin der Fachhochschule Hannover, sei ja für die Studiengebühren. Nein, entgegnet der Oberbürgermeister. Seine Frau habe nur darauf hingewiesen, dass es für die Hochschulen schwierig werde, die dann entstehenden Löcher im Etat zu stopfen.

Das Geraune an den Nebentischen und hinten am Bierausschank wird deutlich lauter, als die beiden Noch-Nicht-Ministerpräsident-Kandidaten Einzelfragen beantworten sollen. Leiser wird es dann wieder, als die beiden nach der Piratenpartei gefragt werden. „Da kann keiner sagen, was in dieser Wundertüte drinsteckt“, meint Weil. „Wir müssen aufpassen, dass nicht dasselbe passiert, wie in Berlin“, sagt Lies. Der Schlussapplaus ist allerdings eindeutig: Klarer Vorsprung Weil, Lies gibt aber nicht klein bei.

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