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Niedersachsen Wissenschaftsminister Stratmann kommt Studenten entgegen
Nachrichten Politik Niedersachsen Wissenschaftsminister Stratmann kommt Studenten entgegen
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23:22 16.11.2009
Von Dirk Schmaler
Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) Quelle: lni
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„Es geht schneller voran als gedacht“, sagte der Minister am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung. Für den heutigen Dienstag haben Studierende bundesweit zum großen „Bildungsstreik“ in mehr als 40 Städten aufgerufen.

Auch in Österreich und Frankreich sind Kundgebungen geplant. Die Aktion sollte den Auftakt für einen „heißen Herbst“ bilden, kündigten die Organisatoren an. In Hannover werden bei zwei Großdemonstrationen insgesamt mehrere Tausend Schüler und Studenten erwartet. Seit Tagen besetzen Studenten an vielen Universitäten Hörsäle, darunter in Göttingen und Lüneburg.
Stratmann warnte die Studenten vor Gewalt bei den heutigen Protesten. „Ich hoffe und wünsche, dass weiterhin die gewaltfreie Diskussion im Mittelpunkt der Aktionen steht.“
Im Zentrum der Kritik stehen die Bachelor- und Masterstudiengänge. Die Studierenden fordern ihre Abschaffung in ihrer derzeitigen Form. Eingeführt wurden Bachelor und Master im Rahmen des Bologna-Prozesses, der vor zehn Jahren den Umbau der Hochschulen einläutete.

Bereits im Oktober hatten die Bildungsminister der Länder auf einer Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) angesichts der massiven Kritik Nachbesserungen versprochen, bisher blieb es bei Ankündigungen. Dem KMK-Beschluss auf Antrag Stratmanns zufolge sollen Hochschulen Studierende „nicht überfordern“. Auch sollen die Hochschulen Gebrauch von der Möglichkeit machen, einen Bachelor-Studiengang auf acht Semester anzulegen. „Wir arbeiten in Niedersachsen mit den Hochschulen sehr konkret an der Umsetzung“, sagte Stratmann.

Die Streikorganisatoren halten die KMK-Pläne für unzureichend. Sie fordern auch die Abschaffung von Studiengebühren – entgegen der Meinung des Ministers. „Die Studienbeiträge haben zur Verbesserung der Studienbedingungen beigetragen“, sagt Stratmann. Die Studenten und Schüler demonstrieren zudem für die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems sowie für mehr Lehrer.

Der Protest wird von Gewerkschaften unterstützt. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte im Deutschlandfunk mehr Geld für Bildung: „Wir sind mit 25 Milliarden Euro jährlich unterfinanziert, um auf den Durchschnitt anderer Industrienationen zu kommen.“

Wie geht es weiter in Gorleben? Nach dem Regierungswechsel in Berlin gibt diese Frage Anlass zu wilden Spekulationen. Die örtliche Bürgerinitiative (BI) befürchtet, dass die Atomwirtschaft die Regie im Erkundungsbergwerk für ein mögliches Atommüllendlager übernehmen soll.

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