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Niedersachsen Zahl der Flüchtlinge in Niedersachsen steigt
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09:05 28.07.2014
„Kein Mensch ist illegal“: Mit einem Protestcamp auf dem Weißekreuzplatz in Hannover protestiert eine Gruppe von Sudanesen gegen die Asylgesetzgebung in Deutschland. Quelle: dpa
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Hannover

Im ersten Halbjahr 2014 ist die Zahl der Asylerstanträge in Niedersachsen massiv gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es einen Zuwachs um mehr als 61,3 Prozent. Dies geht aus einem Vermerk des Innenministeriums hervor, welcher der Deutschen Presse-Agentur in Hannover vorliegt. Demzufolge registrierten die zuständigen Behörden zwischen Januar und Juni 6697 Erstanträge, im ersten Halbjahr 2013 wurden nur 4153 Erstanträge eingereicht.

Bei den Folgeanträgen ist die Steigerung noch deutlicher: 1030 Anträgen im laufenden Jahr stehen 523 in der ersten Hälfte 2013 gegenüber - ein Plus von 103,2 Prozent. "Natürlich stellen die deutlich gestiegenen Flüchtlingszahlen das Land sowie die Städte und Gemeinden vor spürbare Herausforderungen", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) der dpa auf Anfrage.

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Dies gelte insbesondere für die Frage, wie die Menschen angemessen in den Kommunen untergebracht werden können. Dazu liefen schon länger Gespräche mit den kommunalen Spitzenverbänden. "Diese steigenden Zahlen sind natürlich gerade im Vergleich zu den vergangenen Jahren sehr hoch", betonte Pistorius. Jedoch zeige ein Vergleich mit Zahlen aus den 1990er Jahren, als bundesweit pro Jahr rund eine halbe Million Menschen nach Deutschland gekommen seien, dass diese Zugänge bewältigt werden könnten. Die Steigerung in Niedersachsen liegt sogar leicht über den Bundeszahlen.

Umgerechnet auf die gesamt Bundesrepublik verzeichneten die Behörden bei den Erstanträgen einen Anstieg um 58,9 Prozent - 67 441 Asylerstanträgen im ersten Halbjahr 2014 stehen 34 419 für 2013 gegenüber. Mit 1379 Asylanträgen war der Juni 2014 ein besonders starker Monat - 1160 in Form eines Erstantrages, 219 Folgeanträge. Im Juni 2013 waren es 794 Asylanträge, davon 694 Erstanträge und 100 Folgeanträge. Die meisten Asylsuchenden stammten der Erfassung zufolge aus Syrien. Mit 1487 kam mehr als jeder fünfte Antragsteller aus dem Bürgerkriegsland.

Auf Rang zwei liegt Serbien, gefolgt von Albanien, Montenegro und dem Irak. Auch bei den Folgeanträgen steht Syrien an der Spitze. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2013 hatten 1407 Bürger aus Russland in Niedersachsen Asyl beantragt. Von Menschen aus Syrien kamen im vergangenen Jahr 1359 Anträge. Ein Rückblick zeigt, dass die Zahl der Asylanträge in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Mit 1637 Erstanträgen lag die Zahl 2007 im Zehnjahresvergleich am niedrigsten, 2003 waren es 4556. Angesichts der hohen Zahl des ersten halben Jahres 2014 geht das Innenministerium davon aus, dass der Vorjahresrekord von 10 225 Anträgen deutlich übertroffen wird.

dpa

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