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Niedersachsen Kultusministerin: Kaum noch Unterrichtsausfälle
Nachrichten Politik Niedersachsen Kultusministerin: Kaum noch Unterrichtsausfälle
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00:15 24.01.2016
Von Saskia Döhner
Fast der gesamte Unterricht soll stattfinden - Ausfälle soll es in den Schulen nur wenige geben. Quelle: dpa
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Hannover

Mit diesem Wert könnten nicht nur die Pflichtstunden erteilt werden, sondern auch Zusatzangebote wie Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag und Förderstunden, erklärte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Donnerstagmorgen im Landtag in Hannover. Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 habe die Lehrerversorgung bei gut 99 Prozent gelegen, wobei die Gymnasien nach den Grundschulen den zweitbesten Wert gehabt hätten.

Hauptgrund für die schlechtere Unterrichtsversorgung seien die steigenden Flüchtlingszahlen und die zusätzlichen Sprachlernklassen. Schon im Sommer seien rund 8000 Kinder ohne Deutschkenntnisse an den Schulen aufgenommen worden. Durch die Sprachfördermaßnahmen für diese sei die Unterrichtsversorgung rein rechnerisch um mehr als 0,4 Prozentpunkte gesunken. Insgesamt erwartet die Ministerin in diesem Jahr bis zu 18 000 schulpflichtige Flüchtlinge. Zum 1. Februar soll es landesweit 460 Sprachlernklassen geben.

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CDU-Bildungsexperte Kai Seefried warf der Ministerin "totales Scheitern" vor. Eltern an allen Schulformen erlebten, dass permanent Unterricht ausfalle, sagte auch Björn Försterling (FDP).

Heiligenstadt wehrte sich gegen die Vorwürfe, dass Gymnasien Lehrer an andere Schulformen abordnen sollten. Erstens dürfte für jeden Lehrer, der versetzt werde, ein neuer Pädagoge eingestellt werden. "Wenn ein Lehrer mit 20 Stunden an eine Real- oder Oberschule abgeordnet wird, dann kann das Gymnasium, das ihn abgibt, eine neue Stelle mit 23,5 Stunden besetzen, damit gewinnt es sogar 3,5 Stunden." Ein Lehrer, der ein halbes Jahr an einer Förderschule verbringe, gewinne sogar Kompetenz, wenn er dann ans Gymnasium zurückkehre.

Am Rande der Landtagssitzung sagte Horst Audritz, Chef des Philologenverbandes, dass Abordnungen von Lehrern eher als Strafmaßnahme denn als eine Karrierechance gesehen würden.

Heiko Randermann 23.01.2016
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