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Promis Spurlos verschwunden: Rätsel um Wimbledon-Pokale von Boris Becker
Nachrichten Promis Spurlos verschwunden: Rätsel um Wimbledon-Pokale von Boris Becker
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17:47 08.07.2019
Boris Becker. Quelle: imago images / Hasenkopf
London

Sportlegende Boris Becker (51) könnte bereits in einem halben Jahr schuldenfrei sein. Das sagte der Insolvenzverwalter des ehemaligen Tennis-Stars am Montag in London. Rätselhaft ist allerdings der Verbleib eines halben Dutzend Wimbledon-Trophäen von Boris Becker.

„Ich hoffe sehr, diese Insolvenz in den nächsten sechs bis neun Monaten abzuschließen“, sagte Mark Ford bei der Präsentation von Erinnerungsstücken Beckers, die bei einer Online-Auktion derzeit zwangsversteigert werden. Das ehemalige Tennis-As war 2017 von einem Gericht in London für insolvent erklärt worden.

Bis Donnerstag können noch Gebote abgegeben werden für die rund 80 Gegenstände aus Beckers Privatbesitz, darunter Trophäen, Preise wie den Bambi, Uhren und sogar ein Paar Trainingssocken. Am Montag stand die Summe der Gebote bei rund 130.000 Britischen Pfund (umgerechnet rund 145.000 Euro).

Trophäen von Boris Becker: Großes Interesse aus Deutschland, Großbritannien und den USA

Ford rechnet damit, dass die Gebote bis zum Schluss noch erheblich steigen werden. Das höchste galt mit 15.750 Pfund (rund 17.560 Euro) einer Trophäe, die Becker beim Sieg der US-Open 1989 erhalten hatte. Viel Interesse sei aus Deutschland, Großbritannien und den USA gekommen, so Ford.

Zahlreiche Trophäen und Repliken aus dem Besitz von Boris Becker werden versteigert. Quelle: Wyles Hardy & Co/dpa

Eine große Zahl von Beckers Trophäen sind allerdings verschollen. So fehlen beispielsweise sechs der neun Wimbledon-Trophäen, die er in seiner Karriere gewonnen hat, drei für jeden Sieg. „Wir wissen nicht wo diese Trophäen sind, noch weiß es Herr Becker“, sagte Ford. 

Der Zeitpunkt der Auktion ist nicht zufällig gewählt. In London findet derzeit das Wimbledon-Turnier statt, bei dem Becker wie in den vergangenen Jahren als TV-Kommentator für die BBC tätig ist.

Im vergangenen Jahr konnte Boris Becker die Versteigerung noch stoppen

Eigentlich sollten die Trophäen schon im vergangenen Jahr versteigert werden, doch der dreifache Wimbledon-Sieger sah durch die Versteigerung seine Würde verletzt. Beckers Anwälte hatten die Auktion Ende Juni 2018 daher in letzter Minute durch eine einstweilige Verfügung gestoppt. Danach gab der Ex-Tennisstar an, er genieße diplomatische Immunität und könne daher nicht belangt werden – er sei zum Sport-Attaché in der EU-Vertretung der Zentralafrikanischen Republik berufen worden. Das Außenministerium des bitterarmen Staates widersprach dem jedoch.

Schließlich erklärte Becker im vergangenen Dezember, er mache seinen Diplomatenstatus nicht länger geltend. Das Konkursgericht verlängerte den Insolvenzstatus Ende 2018 auf unbestimmte Zeit. Zu der Misere um seine finanziellen Verhältnisse kam auch noch die Trennung von seiner Ehefrau Lilly nach neun Ehejahren hinzu.

Von RND/dpa