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Commerzbank Göttingen: Corona-Krise verstärkt Trend zum Mobile Banking

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13:30 07.08.2020
Mobile Banking wird immer beliebter. Quelle: dpa
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Göttingen

Erfolgreich behauptet hat sich die Commerzbank Göttingen in einem schwierigen Marktumfeld. „Obwohl die erste Jahreshälfte 2020 von der Corona-Pandemie und ihren negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft geprägt war, haben wir unseren Wachstumskurs in Göttingen fortgesetzt. In den ersten sechs Monaten konnten wir netto 1650 neue Kunden gewinnen“, sagt Bernd Korte, Niederlassungsleiter der Commerzbank Göttingen. „Wir betreuen jetzt in Göttingen über 106 000 Privat- und Unternehmerkunden.“

Die Corona-Krise hat darüber hinaus für eine Beschleunigung der Digitalisierung geführt, denn einen Großteil der neuen Kunden gewann die Commerzbank über digitale Kanäle, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. „Das Kundenverhalten hat sich in der Corona-Krise stark verändert. Jeder dritte Kunde nutzt die digitalen Kanäle nun intensiver als vorher“, so Korte. Das gelte insbesondere für das Mobile Banking: „Viele Kunden wissen jetzt, wie bequem sich alltägliche Bankgeschäfte mit dem Smartphone erledigen lassen.“

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Steigerung um 9,3 Prozent

1,5 Millionen Nutzer der Banking-App gibt es inzwischen deutschlandweit. Dies seien so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Nutzer stieg in Göttingen seit Jahresbeginn um 9,3 Prozent. Das Institut bietet seinen Kunden noch einen weiteren Service: Ab sofort können Nutzer nämlich auch mobil Wertpapiere kaufen und verkaufen.

Die Digitalisierung im Firmenkundengeschäft wurde durch die Corona-Krise ebenfalls vorangetrieben. „Der Bedarf nach elektronischer Zahlungsabwicklung ist eindeutig gestiegen, so beim Thema eRechnung,“ sagt Thomas Riechmann, verantwortlich für die Firmenkunden der Commerzbank Göttingen. Seit Anfang 2020 kooperiert die Commerzbank mit dem E-Invoicing-Fintech crossinx. Zusammen mit dem Experten bietet sie Lösungen rund um den elektronischen Austausch von Bestell- und Rechnungsinformationen an. Im Vergleich zu klassischen Papier basierten Rechnungsabläufen können die Prozesskosten der Unternehmen um bis zu 80 Prozent gesenkt werden.

Individuelle Beratung extrem wichtig

„Das Kundenverhalten bestätigt unsere ‚Mobile First‘-Strategie“, sagt Korte und fügt hinzu: „Gleichzeitig haben wir gerade in der Krise gesehen, wie wichtig individuelle Beratung bei komplexen Finanzthemen ist.“ Einen hohen Beratungs- und Kreditbedarf hatten vor allem Unternehmen. Insgesamt habe die Commerzbank seit Mitte März bundesweit rund 21 000 Finanzierungsanfragen von Firmen- und Unternehmerkunden erhalten.

„Für unsere Firmenkunden in Niedersachsen haben wir einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag an Neukreditvolumen zur Verfügung gestellt“, erläutert Riechmann. Das bundesweite Volumen der Bank belaufe sich auf mehr als zehn Milliarden Euro. Die Commerzbank unterstützt bislang und will dies auch noch bis Ende des Jahres tun, ihre Kunden mit Stundungen und Tilgungsaussetzungen. Bis Ende Juni wurden bundesweit mehr als 33 000 Kredite gestundet.

Standorte in knapp 50 Ländern

Die Commerzbank ist eine führende, international agierende Geschäftsbank mit Standorten in knapp 50 Ländern. In zwei Geschäftsbereichen – Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden – bietet die Bank eigenen Angaben zufolge ein umfassendes Portfolio an Finanzdienstleistungen, das genau auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zugeschnitten ist. Die Commerzbank wickelt rund 30 Prozent des deutschen Außenhandels ab und bezeichnet sich als Marktführer im deutschen Firmenkundengeschäft. Die Bank stellt ihre Sektorexpertise ihren Firmenkunden im In- und Ausland zur Verfügung und ist ein führender Anbieter von Kapitalmarktprodukten. Die Töchter Comdirect in Deutschland und mBank in Polen seien zwei innovative Onlinebanken, heißt es. Mit künftig ungefähr 800 Filialen betreibe die Commerzbank eines der dichtesten Filialnetze in Deutschland. Insgesamt betreut die Bank bundesweit mehr als elf Millionen Privat- und Unternehmerkunden sowie weltweit über 70 000 Firmenkunden, multinationale Konzerne, Finanzdienstleister und institutionelle Kunden. Im Jahr 2019 erwirtschaftete die Commerzbank mit rund 48 500 Mitarbeitern Bruttoerträge von 8,6 Milliarden Euro.

Die Finanzierung von Immobilienvorhaben und neue Investitionen spielten trotz der Corona-Krise auch im ersten Halbjahr eine große Rolle. „Viele Kunden haben die niedrigen Zinsen genutzt und in Immobilien investiert“, sagt Korte. „In Göttingen wurden Baufinanzierungen in Höhe von 203 Millionen Euro vergeben. Das sind 51 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Andere haben die niedrigen Zinsen genutzt, um über einen Ratenkredit beispielsweise kleinere Renovierungsarbeiten zu finanzieren oder Möbel zu kaufen“, sagt Korte. „In Göttingen wurden Ratenkredite in Höhe von 23 Millionen Euro vergeben. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.“

Persönliche Beratung

Die zwischenzeitlich stark gefallenen Aktienkurse veranlassten viele Anleger, die persönliche Beratung zu suchen. „Viele Kunden sind unserem Rat gefolgt und haben Panikverkäufe vermieden. Oft haben Kunden die niedrigeren Kurse genutzt, um Wertpapiere zu kaufen“, unterstreicht Korte. Besonders beliebt waren Wertpapiersparpläne: Ihre Anzahl stieg in Göttingen um 9,6 Prozent.

Die Autorin erreichen per E-Mail an v.schwarze@goettinger-tageblatt.de

Von Vicki Schwarze

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