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Wirtschaft Datentransfer: Deutsche Firmen müssen Schutz sicherstellen
Nachrichten Wirtschaft Datentransfer: Deutsche Firmen müssen Schutz sicherstellen
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00:23 29.03.2019
Datenschutz ist ein Thema, das in Unternehmen zunehmend wichtiger wird. Quelle: dpa
Göttingen

„Strafen von bis zu 20 Mio. Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen Firmen, die gegen die seit Mai 2018 geltende Datenschutz-Grundverordnung verstoßen“, warnte Marc-André Delp. Der Fachanwalt für Internationales Wirtschaftsrecht bei der Herfurth & Partner Rechtsanwaltsgesellschaft in Hannover sprach vor 20 Unternehmern im Göttinger Medienhaus an der Bahnhofsallee 1b. Zwar seien, so der Jurist, die Aufsichtsbehörden trotz personeller Aufstockung noch immer „stark mit internen Vorgängen befasst“, doch sollten sich Unternehmer nicht zu sicher fühlen. Würden etwa unzufriedene Mitarbeiter ihre Firma anschwärzen, gingen die Behörden den Hinweisen nach.

Der Anwalt befasste sich in seinem Vortrag mit einem Aspekt der Grundverordnung, der Übermittlung personenbezogener Daten über die Grenzen der Europäischen Union (EU) hinweg. „Das können etwa Beschäftigtendaten für die Lohnabrechnung sein“, nannte der Jurist ein Beispiel. „Vielleicht liegen solche Daten auch auf Servern im Ausland“, gab Zuhörer Jan-Torben Schwager von der Prof. Schumann GmbH zu bedenken.

Hohes Datenschutzniveau in Israel und Argentinien

„Bei Ländern wie der Schweiz, Israel oder Argentinien hat die Kommission ein der EU entsprechendes Datenschutzniveau festgestellt“, führte Delp aus. In den USA gelte das für Firmen, die dem US-Privacy Shield unterliegen würden. Sei der Datenschutz aus Sicht der Kommission in einem Land nicht sichergestellt, müssten die Exporteure und die Importeure der Daten, Garantien auf Einhaltung der EU-Bestimmungen abgeben. Die Europäische Union prüfe das. In Einzelfällen, etwa wenn die Angemessenheit oder die Garantien fehlten, mache die Kommission auch Ausnahmen.

Janzhai Ma hilft chinesischen Firmen

„Was ist mit Großbritannien im Falle eines harten Brexit?“, wollte Artur Römmich vom Handwerksbetrieb Parkettum Römmich wissen. Dann wäre das Land ein Drittstaat, der sich um die Anerkennung seines Datenschutzniveaus bemühen müsse, erwiderte Fachanwalt Delp. Aufmerksam verfolgte Junzhai Ma von der Göttinger Firma Ma China-Expertise den Ausführungen. Er hilft chinesischen Firmen, die aus Deutschland Maschinen beschaffen wollen.

Firmen sollten nur die nötigsten Daten sammeln

Anwalt Delp gab auch ein paar allgemeine Tipps. Um Abmahnungen zu vermeiden, sollten Firmen insbesondere ihre Außendarstellung überprüfen. Beim Internetauftritt dürfe die Datenschutzerklärung nicht fehlen. Beim Versand von Newslettern sei eine Einwilligung der Adressaten einzuholen. Der Jurist riet, nur die nötigsten Daten zu erheben. Zudem müssten sie Klarheit schaffen, was sie mit gesammelten Daten machten. „Ich kann hier mein Grundwissen über das Thema verbessern“, erklärte Detlev Weide, der IT-Verantwortliche der Göttinger Laserfirma LaVision.

GWG plant vier bis sechs solcher Veranstaltungen im Jahr

„Wir haben die Reihe gestartet, um kurzfristig aktuelle Themen aufgreifen zu können“, erklärte GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. Sie planten vier bis sechs Treffen pro Jahr.

Von Michael Caspar

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