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Wirtschaft Fusion der Sparkassen Osterode und Bad Sachsa ist perfekt
Nachrichten Wirtschaft Fusion der Sparkassen Osterode und Bad Sachsa ist perfekt
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17:03 10.05.2019
Die Stadtsparkasse Bad Sachsa geht mit Osterode zusammen, bleibt aber eine Hauptstelle. Quelle: Stadtsparkasse/SSK Bad Sachsa
Osterode / Bad Sachsa

Die entscheidende Weiche ist gestellt: Die kleinste Sparkasse Deutschlands in Bad Sachsa und ihr Nachbarinstitut in Osterode fusionieren zum 1. Januar 2020. Sie sollen dann die neue „Sparkasse Osterode am Harz“ bilden. Darauf haben sich Vertreter der kommunalen Träger beider Häuser überraschend schnell geeinigt.

In nur einer Verhandlungsrunde hätten sich die Träger über die Eckpunkte der geplanten Fusion verständigt, teilte der Landkreis Göttingen am Freitag mit. Daran beteiligt gewesen seien auch die Vorstände und Vorsitzenden der Personalräte.

Vier Träger

Träger der beiden beteiligten Sparkassen sind der Landkreis Göttingen, die Stadt Osterode, die Stadt Bad Lauterberg und die Stadt Bad Sachsa. Nach weiteren Angaben soll der Sitz der neuen Sparkasse in Osterode am Harz sein. In Bad Sachsa entstehe eine Hauptstelle mit einem breiten Dienstleistungsangebot für Privatkunden sowie einem Vorstandsbüro zur repräsentativen Nutzung.

In nächsten Schritt sollen die Verwaltungsräte über die konkreten Fusionspläne informiert werden. Die abschließende Entscheidung fällt in den Räten der kommunalen Träger beziehungsweise im Kreistag.

Der jetzt vorliegende Vorschlag „ist ein kleiner, aber bedeutsamer Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Sparkassenstruktur in Südniedersachsen“, kommentierte Landrat Bernhard Reuter (SPD) das Ergebnis. Grundsätzlich bleibe das Ziel aber eine Sparkasse im Landkreis Göttingen, fügt er hinzu.

Große Fusion gescheitert

Zuvor war eine Vierer-Fusion der Sparkassen Duderstadt, Osterode, Bad Sachsa und Hann. Münden gescheitert. Überraschend hatten die Räte der Stadt Duderstadt und Bad Lauterberg ihr Veto eingelegt. in Hann. Münden hatte Mitarbeiter der dortigen Sparkasse gegen die große Fusion protestiert.

Die Stadtsparkasse Bad Sachsa verfügt über nur eine Geschäftsstelle mit 39 Mitarbeitern. Die Bilanzsumme belief sich nach Angaben ihres Vorstandes Heiko Jödecke im April im vergangenen Jahr auf mehr als 130 Millionen Euro, die Kunden-Einlagen auf 105 Millionen Euro. Zur Sparkasse Osterode gehören elf Filialen mit 213 Mitarbeitern. Als Bilanzsumme zum Jahresabschluss 2018 nannte Vorstandsmitglied Uwe Maier 857 Millionen Euro, als aktuelle Kundeneinlagen 764 Millionen Euro.

Der finanzielle Vorteil einer Fusion der beiden Sparkassen wird in der jetzigen Mitteilung mittelfristig auf 1,2 Millionen Euro pro Jahr (ab 2021) beziffert. Langfristig wird mit Einsparungen und Mehrerträgen im Volumen von drei Millionen Euro jährlich gerechnet (ab 2025).

Keine Entlassungen

Zugleich soll in der Vereinbarung festgeschrieben werden, dass keine Mitarbeiter beider Geldinstitute fusionsbedingt entlassen werden. Eine Stellenreduzierung soll es ausschließlich über die „natürliche“ Fluktuation geben.

Nach einer intensiven Vorbereitung und positiven Vorgesprächen habe er mit dem jetzigen Ergebnis gerechnet, sagte am Freitag Vorstand Jödecke aus Bad Sachsa. Für die Kunden werde sich durch die Fusion kaum etwas ändern. Ein größeres Haus könne ihnen aber deutlich mehr Dienstleistungen zum Beispiel im Onlinebereich bieten. Auch der Vorstand der Sparkasse Osterode, Thomas Toebe, wertet die jetzige Vereinbarung als „einen bedeutenden Schritt“, um die beiden Häuser in eine gute Zukunft zu führen. Die kleinen Institute reagierten damit auf veränderte Rahmenbedingungen.

Laut Verhandlungsergebnis soll der Sitz der neuen Sparkasse in Osterode am Harz sein. In Bad Sachsa entsteht eine Hauptstelle „mit einem breiten Dienstleistungsangebot für Privatkunden sowie einem Vorstandsbüro zur repräsentativen Nutzung“. Dem Vorstand sollen Thomas Toebe als Vorsitzender und Uwe Maier angehören, designierte Vorstandsvertreter sind Heiko Jödecke und Veit Herrmann. Träger der neuen Sparkasse Osterode am Harz wären der Landkreis Göttingen mit 40 Prozent der Anteile, die Stadt Osterode am Harz (30 Prozent ), die Stadt Bad Lauterberg am Harz (20 Prozent) und die Stadt Bad Sachsa (zehn Prozent).

Von Ulrich Schubert

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