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14:30 23.10.2019
Die KWS mit Unternehmenszentrale in Einbeck steigert den Umsatz. Quelle: R
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Einbeck

Die Einbecker KWS-Gruppe wächst in allen Produktsegmenten. Im Geschäftsjahr 2018/2019 erzielte das Unternehmen einen Umsatzanstieg von 4,2 Prozent. Somit liegt der Gesamtumsatz bei 1,11 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um rund 13 Prozent auf 150 Millionen Euro. Davon profitiert auch der Aktienkurs, der um vier Prozent auf 3,15 Euro pro Wertpapier ansteigt.

„Unser Geschäft hat sich in einem herausfordernden Agrar-Umfeld erfreulich entwickelt“, sagt Eva Kienle, Finanzvorstand von KWS. Die Gründe für das Wachstum seien in dem diversifizierten Produktportfolio, vielversprechenden Sortenzulassungen und des Einstiegs in das Geschäft mit Gemüsesaatgut zu finden. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Saathersteller ein weiteres Wachstum.

Alle Segmente mit steigendem Umsatz

Zum Umsatzanstieg haben alle Produktsegmente beigetragen. Das Betriebsergebnis (EBIT) in Höhe von 150 Millionen Euro stieg um 17,4 Millionen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2017/2018 an. Dabei standen einem höheren Bruttoergebnis gestiegene Funktionskosten für Forschung und Entwicklung sowie Vertrieb und Verwaltung gegenüber. Hinzu kam ein Einmaleffekt von elf Millionen Euro aus dem Verkauf einer Unternehmensbeteiligung. Die EBIT-Marge liegt somit bei 13,5 Prozent.

Das Segment Mais verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 0,7 Prozent auf 739 Millionen Euro. Dieser sei vor allem auf einen „erfreulichen Geschäftsverlauf in Südamerika“ zurückzuführen. Das nordamerikanische Joint-Venture AgReliant habe dagegen durch die feuchte Witterung während der Aussaatperiode zu einem deutlichen Rückgang der Maisanbaufläche „erhebliche Umsatzeinbußen“ hinnehmen müssen. In Europa und China verzeichne KWS einen „insgesamt stabilen Geschäftsverlauf“, teilt das Unternehmen mit.

Getreidesparte boomt

Einen leichten Umsatzanstieg vermeldete der Saatguthersteller im Segment Zuckerrüben (461,2 Millionen Euro / 2017/2018: 455,1 Millionen). Während innerhalb der Europäischen Union der Umsatz aufgrund erschwerter Anbaubedingungen, gesunkener Zuckerpreise und des Abbaus von Überkapazitäten rückläufig war, profitierte KWS in Osteuropa von der Einführung von Conviso Smart. Das vom Einbecker Unternehmen entwickelte Unkrautvernichtungsmittel sorgte dort für hohe Zuckererträge. Das Segment-EBIT stieg auf 179,6 Millionen Euro an. Darin enthalten ist auch der Verkauf von Anteilen an der KWS Potato B.V..

Den größten Umsatzsprung gab es im Segment Getreide (13 Prozent, 170,8 Millionen Euro). Der Roggensaatumsatz wuchs dank ausgeweiteter Anbauflächen und höherer Marktanteile um 24 Prozent, die Erlöse für Weizensaat und Raps blieben stabil. Das Geschäft mit der Gerste stieg deutlich an. Hauptträger des Umsatzes war nach wie vor das Hybridroggensaatgut (39 Prozent).

Gute Prognose

Die Investitionen beliefen sich auf 96,6 Millionen Euro. Darunter waren die Ausweitung der Zuckerrübensaatproduktion in Einbeck. Das mehrjährige Projekt schlug mit 40 Millionen zu Buche. In Brasilien und Argentinien erweiterte KWS die Trocknungs- und Produktionskapazitäten für Maissaatgut.

Auch für das Geschäftsjahr 2019/2020 erwartet der Vorstand einen deutlichen Umsatzanstieg von acht bis zwölf Prozent. Dazu sollen die Akquisition des Gemüsesaatgutgeschäfts von Pop Vriend Seeds und ein wachsendes Maissaatgutgeschäft beitragen. Die Investitionstätigkeit werde sich im neuen Geschäftsjahr auf den Ausbau von Aufbereitungs-, Produktions- und Forschungskapazitäten bei einem geplanten Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro fokussieren.

Über KWS

KWS (Klein-Wanzlebener Saatzucht) ist eines der führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit. Die Firma hat ihren Stammsitz in Einbeck. Mehr als 5500 Mitarbeiter in 70 Ländern erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro und erzielten dabei ein Ergebnis von 150 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT). Seit mehr als 160 Jahren wird KWS als familiengeprägtes Unternehmen eigenständig und unabhängig geführt. Schwerpunkte sind die Pflanzenzüchtung und die Produktion sowie der Verkauf von Mais-, Zuckerrüben-, Getreide-, Raps-, Sonnenblumen- und Gemüsesaatgut. KWS setzt modernste Methoden der Pflanzenzüchtung ein, um die Erträge der Landwirte zu steigern sowie die Widerstandskraft von Pflanzen gegen Krankheiten, Schädlinge und abiotischen Stress weiter zu verbessern. Um dieses Ziel zu realisieren, investierte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr rund 200 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung.

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