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Wirtschaft Mindestlohn für Azubis kommt ab dem 1. Januar 2020
Nachrichten Wirtschaft Mindestlohn für Azubis kommt ab dem 1. Januar 2020
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14:00 29.10.2019
Auszubildende bekommen ab dem 1. Januar 2020 mehr Geld. Quelle: dpa
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Göttingen

Zehntausende Auszubildende dürfen sich freuen, denn sie profitieren vom neuen Berufsbildungsgesetz. Auch die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) bewertet die am 24. Oktober vom Bundestag beschlossene Reform als sehr positiv. „Für Azubis im Handwerk ist es bislang oft besonders schwer, Betrieb und Berufsschule unter einen Hut zu bekommen. Mit dem überarbeiteten Gesetz hat der Spagat zwischen Schulbank und Baugerüst ein Ende“, sagt der Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft, Moritz Greil.

 Erstmals gibt es ab dem kommenden Jahr eine garantierte Freistellung für die Berufsschule. „Damit dürfen auch volljährige Auszubildende nach einem langen Berufsschultag nicht mehr verpflichtet werden, zur oft weit entfernten Baustelle zurückzukehren“, so Greil.

Lernmittelfreiheit

Die beschlossene Lernmittelfreiheit würde zudem eine spürbare Verbesserung bringen, äußerte sich der Gewerkschaftssekretär. 100 Euro pro Ausbildungsjahr müssen die Azubis für teuere Fachbücher investieren. Damit sei nun Schluss. „Auch die Prüfungsvorbereitung wird für angehende Maurer und Gärtnerinnen leichter. Am Tag vor der Abschlussprüfung bekommen Azubis jetzt frei – und zwar bezahlt“, betont Gewerkschafter Greil.

Begrüßt wird von der IG Bau auch die Mindestausbildungsvergütung. „Doch 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr sind deutlich zu wenig. Hier muss der Gesetzgeber nachlegen“, fordert Greil. Im Bauhauptgewerbe sei man hier längst weiter. In der Branche liegt der tarifliche Azubi-Lohn zwischen 850 Euro im ersten und knapp 1 500 Euro im dritten Jahr.

Duale Ausbildung stärken

Eine Mindestvergütung für Auszubildende, international vergleichbare Abschlussbezeichnungen und mehr Möglichkeiten, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Dies sind die Kernpunkte der Novelle des Berufsbildungsgesetzes. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der dualen Ausbildung zu stärken. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf bereits Mitte Mai 2019 beschlossen, am 24. Oktober hat ihn nun der Bundestag verabschiedet. Ab dem 1. Januar 2020 gelten die neuen Vorschriften. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus.

Pech haben allerdings diejenigen, die sich heute schon in einer Ausbildung befinden. Sie profitieren nicht von der Neuregelung. Rechnerisch könnten 89 000 junge Menschen vom neuen Lehrlings-Mindestlohn profitieren. So viele Azubis verdienten nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Ende 2018 weniger als 500 Euro im Monat, viele davon sogar weniger als 400 Euro. In bestimmten Berufen wie dem Friseurhandwerk und vor allem in den neuen Bundesländern bekommen Azubis besonders wenig Geld.

Von Vicki Schwarze

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