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Regional 1200 Besucher beim Ball des Handwerks 2011
Nachrichten Wirtschaft Regional 1200 Besucher beim Ball des Handwerks 2011
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15:11 31.01.2011
Von Hanne-Dore Schumacher
Tanzwütige Südniedersachsen in ausverkaufter Lokhalle: Ballbesucher amüsieren sich bis in den frühen Morgen.
Tanzwütige Südniedersachsen in ausverkaufter Lokhalle: Ballbesucher amüsieren sich bis in den frühen Morgen. Quelle: Pförtner
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Als KH-Geschäftsführer Andreas Gliem und Gattin Nina das Fest um 5 Uhr in der Früh verlassen, sind sie nicht die Letzten. Gut 150 Ballbesucher amüsieren sich noch an der Bar und auf der Tanzfläche. „Es wird keiner vor die Tür gesetzt“, hatte die Hallenverantwortliche Nicole Klammer vor dem Ball versprochen. Um 20.15 Uhr eröffnen Kreishandwerksmeisterin Katja Thiele-Hann und Ehemann Michael Hann mit einem Walzer den größten Ball der Stadt, zeitgleich geht der Vorhang auf für das Ball-Restaurant. Anders als in den Jahren zuvor gibt es kein Büffet. Das Cateringhaus Göttingen (Böning-Schaumberg) kocht im Saal für die opulente Gästeschar. Bezahlt wird nach Verzehr, beim Eintritt von 48 Euro ist das Essen nicht inklusive.

Die Neuerung findet die Zustimmung der wohl meisten Gäste, aber auch Büffet-Fans sind in der Lokhalle. Steaks, Pasta und Salate schmecken allen Befragten, nur die KH-Geschäftsführung beklagt das Aus der Currywürste in den Morgenstunden. Hungern jedoch muss niemand, bis 2 Uhr ist das Ball-Restaurant geöffnet. An der Theke – in diesem Jahr ist sie länger denn je – gibt es Getränke bis zum Ende des Festes. Um 21 Uhr bereits treffen sich dort die ersten Männer – zum „Business“-Gespräch, wie Claus-Dieter Bachmann es nennt. Der Steinmetz- und Bildhauermeister befindet sich in launiger Runde mit anderen Biertrinkern. Und wo sind die Frauen? „Die haben wir zum Tanzen geschickt.“

Bilder in druckbarer Auflosüng finden Sie hier.

Während die Ballbesucher sich auf der Tanzfläche zur Musik der Band Princess Jo warm tanzen, haben die Raucher ein anderes Problem. Sie schlottern bei Minusgraden im Zelt vor der Lokhalle – trotz ausgelegter Wolldecken und Handwärmer. „Wir frieren uns ’nen Ast ab“, beschreibt Susanne Gill-Eckelt das frostige Miteinander der Nikotinfreunde. Die montierten Heizstrahler können die Laune auch der Mitraucherinnen nicht verbessern: „Wir machen uns schön für die Männer, und dann schmilzt die Schminke weg“, protestieren sie im Rauche ihres Angesichts. Während draußen gegen Kälte gequalmt wird, genießen im Ballsaal andere ihre Erfolgserlebnisse im Kampf um Schweinsmedaillon und Rinderhüftsteak. „Wir waren die Ersten“, lässt Rechtsanwalt Alexander Schneehain die Schlangestehenden stolz wissen. Er und Eon-Mann Marko Witte dokumentieren ihren gelungenen Schnellstart (vom Tisch zur Theke) mit einem Handy-Bild. Ihre Beute: „Lammfilet und acht Kostbarkeiten.“

Andere wiederum zieht es sofort nach Gliems Aufforderung „Sie haben das Parkett“ auf die Tanzfläche. „Wollen wir auch eine Runde drehen?“, lässt sich Frieda Kaser von Ehemann Michael nicht zweimal fragen. Diese Verteilung der Gäste auf Tanzfläche und Ball-Restaurant ist von den Veranstaltern beabsichtigt, kann dennoch Wartezeiten im Restaurant nicht gänzlich vermeiden.

Bevor die sechs Limousinen des Autohauses Südhannover den kostenlosen Rücktransport der Gäste aufnehmen (wer zuerst kommt, fährt zuerst), ermittelt „Glücksfee“ Landrat Reinhard Schermann noch den Gewinner der alljährlich stattfindenden Ball-Verlosung. Michaela Hesse-Rettberg bekommt den „flachsten Fernseher der Welt“ (0,8 Zentimeter) – Wert 4000 Euro, gestiftet von der Signal Iduna Versicherung.

Fotos vom Handwerkerball 2011 zum Ansehen und Herunterladen finden Sie hier.