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Regional 140 Eisenmann-Mitarbeiter in Bovenden zittern um ihre Jobs
Nachrichten Wirtschaft Regional 140 Eisenmann-Mitarbeiter in Bovenden zittern um ihre Jobs
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18:03 03.09.2019
Gedrückte Stimmung herrscht bei der Belegschaft des Eisenmann-Werks in Bovenden. Quelle: mic
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Bovenden

Der Böblinger Anlagenbauer Eisenmann, der 3000 Mitarbeiter an 27 Standorten beschäftigt, darunter 140 Mitarbeiter in Bovenden, hat die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

„Die Stimmung im Bovender Werk ist bedrückt“, berichtet Mirko Richter, politischer Sekretär bei der Industriegewerkschaft Metall Süd-Niedersachsen-Harz. Das wisse er aus Gesprächen mit Mitarbeitern, die die Rechtsberatung der Gewerkschaft derzeit nutzten. Kaum Kontakt habe er seit Monaten zum Betriebsrat des von ihm betreuten Unternehmens.

Keine Äußerung von Möhle

Die Bovender Eisenmann-Betriebsrätin Meike Möhle wollte sich gestern gegenüber dem Tageblatt nicht zur Insolvenz äußern. Sie verwies auf die Geschäftsleitung. Der Pressesprecher des Böblinger Konzerns wollte seinerseits nichts sagen. Zuständig sei der vorläufige Insolvenzverwalter, Joachim Exner. Der Fachanwalt für Insolvenzrecht, der Partner der Nürnberger Sozietät Beck Partner ist, hat bereits eine Reihe zahlungsunfähiger Automobilzulieferer betreut.

Das Bovender Werk an der Straße Auf der Mauer 1 im Gewerbegebiet Area 3 gehört zum Eisenmann-Geschäftsbereich Thermal Solutions, für den in Böblingen weitere 100 Mitarbeiter tätig sind. Der Bereich entwickelt und fertigt Anlagen zur Wärmebehandlung von Aluminium sowie zur vollautomatischen Produktion von Hochleistungskeramik und Leichtbaumaterialien, von Verbundwerkstoffen, pressgehärteten Stählen und Carbonfasern. Außerdem stellt er Anlagen für die thermische Aufbereitung von Pulverchemie, Anlagen zum Emaillieren sowie zum Sintern von Pulvermetallen her.

Eisenmann verhob sich mit Großaufträgen

In eine Schieflage ist der Konzern geraten, weil die Abwicklung von mehreren Großprojekten 2018 zu einem hohen Jahresverlust geführt hat. Nach Darstellung des Handelsblatts hat der Konzern sehr knapp kalkuliert, damit Mitbewerber nicht zum Zuge kamen. Im März 2019 starteten Eigentümer und Management ein Programm, um die Gruppe zu restrukturieren und neu auszurichten. Zur Umsetzung engagierten sie im April Michael Keppel als Chef-Sanierer. Um den Prozess zu beschleunigen, hat die Eisenmann SE nach eigenen Angaben Ende Juli beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Chefsanierer will Chance eines Neustarts nutzen

Im Verlauf des Verfahrens will sich der Konzern nach Darstellung von Chefsanierer Keppel auf das Kerngeschäft fokussieren. Die Gruppe soll „so schnell wie möglich zu einem profitablen Geschäft zurückzukehren.“ Das Unternehmen werde die Chance eines Neustarts „konsequent nutzen“ und ein „ein grundsätzlich solides Geschäftsmodell“ aufbauen. „Marktstellung, Reputation, Innovationskraft sowie motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter“ seien dabei „wesentliche Komponenten für die langfristige Perspektive“ des Unternehmens, betont Keppel.

Eisenmann zählt zu den international führenden Anbietern von Anlagen und Dienstleistungen in den Bereichen Oberflächentechnik, Materialfluss-Automation, Thermoprozess- und Umwelttechnik. Das seit mehr als 65 Jahren bestehende Familienunternehmen erwirtschafte 2017 mit mehr als 3000 Mitarbeitern in 15 Staaten 723 Millionen Euro Umsatz.

Von Michael Caspar

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