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Regional 20 000 Euro für angehende Naturwissenschaftler
Nachrichten Wirtschaft Regional 20 000 Euro für angehende Naturwissenschaftler
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19:08 15.10.2009
Arbeiten mit Lasern im XLab: Matthias Borchert und Felix Martins (rechts). Quelle: Mischke
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Felix gehört zu den 22 Schülern, die das „Physik Camp“ im Experimentallabor XLab gebucht haben (60 Euro) und sich eine Woche lang mit Laserphysik, Wellen- und Röntgenphysik, Holographie und kosmischen Myonen beschäftigen. Er ist begeistert ebenso wie Clemens Hopfmüller, der in Osterholz-Scharmbeck das Gymasium besucht. Der 15-Jährige will noch das „Informatik Camp“ dranhängen, das nächste Woche beginnt.

Begeisterung für die Naturwissenschaften wecken, das wollen auch niedersächsische Unternehmer. Deshalb, so erläuterte gestern Robert Stafflage in Göttingen, habe sich die Stiftung Niedersachsen-Metall entschlossen, das „Physik Camp“ mit 20 000 Euro zu unterstützen. Stafflage, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungs-Kuratoriums, ist in Sorge angesichts des Mangels an Mathematikern, Informatikern, Naturwissenschaftlern und Technikern, den sogenannten MINT-Akademikern.

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Engpässe vermeiden

„Ändert sich in der Bildungspolitik nichts, stehen pro Jahr nur 85 000 bis 90 000 Hochschulabsolventen mit MINT-Qualifikation zur Verfügung“, rechnet Stafflage. Viel zu wenig, weiß auch Olaf Brandes, Geschäftsführer der Stiftung, zumal nur die Hälfte der Absolventen einen Ingenieursabschluss erziele. Das reiche gerade, um die frei gewordenen Stellen der in Ruhestand gehenden Ingenieure zu besetzen. „Ein solcher Engpass lässt sich nur vermeiden, wenn mehr junge Leute für Technik begeistert werden,“ begründet Stafflage das Engagement für das XLab als „erstklassige Ingenieurbasis“. Dr. Eva-Maria Neher ist dankbar für jede Unterstützung des XLabs, dessen Initiatorin und Geschäftsführerin die Göttinger Wissenschaftlerin ist. Die Finanzierung der Einrichtung, die auch international Beachtung findet, gestalte sich schwierig. Für die 22 Schüler, die die Labore im XLab zurzeit besetzen, geht es indes nicht ums Geld. Sie wollen tüfteln und experimentieren, und das unter professioneller Anleitung, acht Stunden am Tag. „Für Physik muss man ein Gefühl kriegen“, weiß Prof. Arnulf Quadt. Der Physiker vom II. Physikalischen Institut der Uni Göttingen und Oberstudienrat Johann Krawczyk leiten das „Physik Camp“, das XLab-Mitarbeiterin Christine Battmer organisiert hat.

Von Hanne-Dore Schumacher

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