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Regional 30 Teilnehmer beim ersten Wirtschafts-Barcamp in Südniedersachsen
Nachrichten Wirtschaft Regional 30 Teilnehmer beim ersten Wirtschafts-Barcamp in Südniedersachsen
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19:24 19.10.2018
Tauschten bereitwillig Wissen und Erfahrungen: Teilnehmer des Barcamps in Göttingen. Quelle: r
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Göttingen

„Ich wusste vor kurzem nicht einmal, was ein Barcamp überhaupt ist“, gesteht Torsten Sure, Geschäftsführer der Göttinger Firma Lünemann. Zu Beginn stellten Teilnehmer mögliche Themen vor, über die in Kleingruppen während sogenannter Sessions diskutiert werden könne. Das Plenum entscheide, was aufgegriffen werde. 45 Minuten sitze man dann zusammen, tausche Erfahrungen und Ideen aus, mache sich auf Veranstaltungen, Bücher, Webseiten und Netzwerke aufmerksam. Dann beginne die nächste Session.

„Der Austausch mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Branchen, mit Angestellten, Vorständen und Freiberuflern ist total spannend“, sagt Sure. Ganz verschiedene Sichtweisen auf ein Thema lerne man so kennen. Er habe zum Beispiel an einer Session teilgenommen, wo es um die Abschaffung des mittleren Managements gegangen sei. Teams, so die Idee, arbeiteten ohne Chefs besser.

Innovationsfrühstück bei Sycor

„Wenn in einem hierarchisch geführten Unternehmen ein Problem auftritt, stockt die Arbeit“, erklärt Boris Peinemann, der für ein Osteroder Unternehmen aus der Erdölbranche tätig ist. Alle warteten, was der Chef sagen werde. Dabei wüssten die Mitglieder des Teams oft besser, wie sich das Problem lösen lasse. Ohne Chef könnten sie die Sache selbst in die Hand nehmen. Das mache ein Unternehmen schneller und dynamischer. Das verlange allerdings eine ganze andere Unternehmenskultur, die auf Vertrauen und nicht auf Kontrolle setze.

In einer anderen der insgesamt acht Sessions, von denen jeweils zwei parallel stattfanden, ging es um die Frage, wie Göttingen innovativer wird. Christoph Hornig, der in der Göttinger Universitätsbibliothek arbeitet, hatte das Thema eingebracht. Firmen wie der Göttinger IT-Dienstleister Sycor würden Innovationsfrühstücke anbieten, erfuhren Teilnehmer. Soziale Netzwerke wie Xing oder Facebook organisierten Treffen. „Davon hatte ich bisher nie etwas gehört“, gibt Anna-Lena Wauker zu. Sie ist in der Göttinger Universitätsmedizin für die Betreuung von Auszubildenden zuständig.

Die digitale Transformation interessiert Markus Teichert, Vorstandsmitglied der Sparkasse Duderstadt. „Tätigkeiten fallen weg, neue Fertigkeiten werden verlangt“, erläutert Isabella Wolter, die für einen Bildungsträger tätig ist. Das verlange von Berufstätigen die Offenheit für Neues und die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Unternehmen müssten Qualifizierungen anbieten, die Politik Mittel für Umschulungen zur Verfügung stellen.

Methode Working Out Loud

Sparkassenvorstand Teichert lernte in einer Session den Ansatz Working Out Loud kennen. Fünf Personen aus unterschiedlichen Firmen treffen sich da drei Monate lang einmal wöchentlich für eine Stunde. Jeder bringt das Thema ein, mit dem er sich gerade beschäftigt. Ähnlich wie in einer Barcamp-Session diskutieren sie Lösungsansätze diskutiert.

„Es beeindruckt mich, bereitwillig die 30 Teilnehmer ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit anderen teilen und wie offen sie dafür sind, von anderen zu lernten“, meint Jonas Brunnert. In seinem Co-Working-Space am Schildweg 16 haben die Wirtschaftsförderungen von Stadt und Landkreis Göttingen das Barcamp angeboten. Das würden sie sicher noch einmal tun, erklärte Karin Friese von der Wirtschaftsförderung Region Göttingen. „Das kann ruhig häufiger stattfinden“, sagt Brunnert.

Von Michael Caspar

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