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Regional 70 Jahre Schreibwaren Grischke: Die richtige Schulranzenwahl ist entscheidend
Nachrichten Wirtschaft Regional 70 Jahre Schreibwaren Grischke: Die richtige Schulranzenwahl ist entscheidend
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11:29 23.09.2019
Christian Grischke zeigt die Bandbreite des Ranzensortiments in Dransfeld. Grischke Schreibwaren gibt es seit 70 Jahren. Quelle: Tobias Christ
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Dransfeld

Ob Dinosaurier, Piratenschiff, Astronaut oder Pony: Das Motiv auf dem ersten eigenen Schulranzen prägt bereits im frühen Kindesalter. Einer, der bei der Entscheidungsfindung hilft, ist Christian Grischke. Der Inhaber von Grischke Schreibwaren berät seit vielen Jahren angehende Schüler und deren Eltern bei der Wahl des richtigen Tornisters. Seit 70 Jahren gibt es das Geschäft in Dransfeld bereits, mittlerweile in der dritten Generation. Seit 1996 lässt Christian Grischke nun Schulranzen-Träume wahr werden.

„Zunächst sind die Kinder wie erschlagen, wenn sie in den Laden kommen“, berichtet er. Kein Wunder: Schließlich ist die Auswahl an Schulranzen in Grischkes Geschäft an der Bundesstraße 3 riesig. Kunterbunt kommen sie daher, in allen Regenbogenfarben, mit Reflektoren, Neonbändern und unterschiedlichsten Motiven.

Die Wahl des richtigen Ranzens gehört zur Einschulung dazu. Christian Grischke hilft dabei: Der Inhaber von Grischke Schreibwaren erläutert, was zu einer Ranzenberatung alles dazu gehört.

Beratung ist zeitaufwendig

„Die Arbeit macht immer noch sehr viel Spaß, ist aber auch ungemein zeitaufwendig“, sagt er. Eine Ranzenberatung kann gut und gerne eine Stunde dauern, „schließlich sollen die Kinder mindestens vier Jahre etwas davon haben“. Die Wahl des richtigen Rucksacks sei nicht einfach, ganz wichtig sei: „Das Kind muss mitentscheiden. Der Ranzen muss dem Kind gefallen.“ Sind Farbe und Motiv gewählt, geht es weiter: Der Tornister muss rückengerecht angepasst werden. „Den Großteil des Tages verbringe ich in dieser Haltung“, sagt der großgewachsene Grischke, während er kniend einen Schulranzen auspackt – auf Augenhöhe mit dem Kind. Ein voll bestücktes Federmäppchen, Turnbeutel oder Sporttasche, alles ist im Preis inbegriffen.

Hergestellt werden die modernen Schulranzen aus recycleten PET-Flaschen. Einige Modelle wiegen nur 800 Gramm. Leicht und stabil müssen sie sein, standfest und leicht zu beladen noch dazu. „Wichtig ist ebenfalls, dass sie gut zu reinigen sind“, sagt Grischke. Auch die Sichtbarkeit ist ein Thema: „Da gibt es eine DIN-Norm, wie viele Reflektoren drauf sein müssen.“

Ranzen individuell einstellbar

Sind einem Kind die zusätzlichen neonfarbenen Leuchtbänder im Sommer zu grell, kann es diese meist abnehmen – nur die Reflektoren sind Pflicht. Die Kombinationsmöglichkeiten sind beinahe endlos: Hat sich der Schüler für eine Farbe entschieden und gefällt ihm das Motiv nicht, wird es mit wenigen Handgriffen getauscht. „Es gibt schon verrückte Sachen mittlerweile“, meint Grischke.

Dass die Kinder mit ihren Schulranzen glücklich werden, ist ihm wichtig. Deshalb auch die große Auswahl: „Wenn wir Ranzen anbieten, dann richtig“, sagt der 55-Jährige. Gerade wegen der intensiven Beratung kommen Kunden von weit her: „Vor kurzem kam eine Frau mit ihren Zwillingen aus Nordhausen. Wir haben einen guten Leumund.“ Schließlich gebe es eine solch umfangreiche Beratung selten, fügt Grischke stolz hinzu.

2000 Ranzen pro Jahr

Pro Jahr gehen in den drei Grischke-Filialen in Dransfeld, Hardegsen und Bovenden etwa 2000 Ranzen über den Ladentisch. Wieviele Kinder das Familienunternehmen in den vergangenen 70 Jahren auf die Schule vorbereitet hat, weiß der Inhaber nicht, es dürfte aber an einer hohen fünfstelligen Zahl nicht viel fehlen.

Wenn Kunden den Laden verlassen, gehen sie zumeist mit einem vollen Rucksack: Schließlich verkauft Grischke neben Ranzen auch Schreibwaren, Schulbücher und vieles mehr. Doch die Schulranzen sind sein A und O. Viermal im Jahr veranstaltet er Ranzenausstellungen, dort sind mehrere hundert Modelle zu sehen.

Gefeiert wurde das 70-jährige Bestehen in diesem Jahr nicht. Das soll aber 2020 beim Dransfelder Hasenmelkerfest nachgeholt werden.

70 Jahre Nahversorger für das Kind

Seit mehr als 70 Jahren vertreibt Grischke Schreib- und Spielwaren alles mögliche für das Kind. 1948 begann Gertrud Grischke in kleinem Rahmen, Schreibwaren in Dransfeld anzubieten. Ein paar Jahre später übernahm Sohn Norbert das Geschäft. Zweimal zog die Filiale in Dransfeld um, 1996 übernahm Christian Grischke die Unternehmensführung. Zwei weitere Filialen kamen hinzu, mittlerweile ist Grischke Schreibwaren einer der größten Schulranzenhändler der Region. 200 verschiedene Schultaschen hat er im Sortiment, von Scout bis Ergobag reicht die Palette. Er sei „da so reingerutscht“, gibt der heutige Inhaber zu, „eigentlich wollte ich Naturwissenschaften studieren.“ Es kam anders. „Die Arbeit macht viel Spaß, ist aber anstrengend“, sagt er. Er versteht sich als Nahversorger, „mit kurzen Wegen und einem guten Preis-Leistungsverhältnis, Freundlichkeit und Kundennähe“. Auch ein Besorgungsservice für Kunden, die nicht so mobil sind, befindet sich im breitgefächerten Angebot.

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