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Regional APS entwickelt einzigartigen Röntgentomografen
Nachrichten Wirtschaft Regional APS entwickelt einzigartigen Röntgentomografen
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00:29 05.05.2018
Hat über Gashydrate promoviert: APS-Mitarbeiter Andrzej Falenty. Quelle: r
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Rosdorf

„Die Vorkommen an Gashydraten übertreffen die bekannten Vorkommen an Erdöl und Erdgas um ein Vielfaches“, berichtet Thorsten Wille, geschäftsführender Gesellschafter der APS Antriebs-, Prüf- und Steuertechnik GmbH. Der Röntgentomograf hilft bei der Erschließung der Tiefsee-Lagerstätten des Energieträgers. Die Erschließung des Methangases, das sich unter hohem Druck zu Eis verfestigt habe, könnte die Energieversorgung der Menschheit auf lange Zeit sichern. Die Nutzung sei allerdings nicht klimaneutral. Die Förderung berge zudem Risiken.

Stoff für einen Science-Fiction-Thriller

Gashydrate fördern die Festigkeit von Sedimenten“, erläutert Wille. Werde das Gashydrat abgebaut, könnten die weicher werdenden Sedimente an den Abhängen der Tiefsee ins Rutschen geraten und so möglicherweise Tsunamis auslösen. Schätzings Science-Fiction-Thriller „Der Schwarm“ beschreibe das eindrucksvoll. Dort allerdings verursachten Würmer die Zersetzung des Methaneises.

Unter normalem Druck verdampft das Eis

„Es ist daher wichtig, das Verhalten der Sedimente unter Förderbedingungen genau zu kennen“, betont APS-Projektmanager Andrzej Falenty. Das sei, so der promovierte Geologe, allerdings nicht einfach. Die Gashydrate ließen sich nur in Spezialbehältern lagern, die die Druckverhältnisse in 300 bis 2000 Metern unter der Meeresoberfläche und in den Sedimentsschichten nachahmten. Bei normalem Druck schmelze das Eis sofort und verdampfe.

Blick in den Prüfbehälter

„Die Prüfbehälter aus Stahl, in denen das Verhalten gashydrathaltiger Sedimente unter geomechanischer Belastung bisher untersucht werden, ermöglichen keinen Blick in das Innere der Probe“, berichtet Falenty. APS habe daher gemeinsam mit den Wissenschaftlern von Geomar, dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, den Synchro-Computertomografen entwickelt. Bei ihm lieferten Röntgenstrahlen dreidimensionale Bilder aus dem Inneren des Behälters, in dem ein Druck von bis zu 1000 bar herrsche. So könnten Verformungsverläufe von mikroskopisch kleinen Störungen bis hin zum mechanischen Versagen des Sediments beobachtet werden.

Berlin fördert die Entwicklung

„Das Bundeswirtschafts- und das Bundesforschungsministerium haben die Entwicklung des Synchro-CT im Verbundprojekt Sugar gefördert“, sagt der Projektmanager. Sugar stehe für „Submarine Gashydrat-Reservoirs“. An deutscher Technik seien vor allem asiatische Länder interessiert, an deren Küsten es große Vorräte des Energieträgers gebe. Mit der in Rosdorf und Kiel entwickelten Prüfanlage ließen sich zudem industrielle Werkstoffe unter Belastung untersuchen.

Ausgründung aus der Universität

„Mit dem Thema Gashydrate beschäftigen wir uns seit 2010“, sagt Wille. Seit 2014 arbeite sein Unternehmen mit Geomar zusammen. Entstanden sei APS, das seine Produkte unter den Marken „Wille Geotechnik“ und „APS Adaptive Solutions“ vertreibe, 1989 als Ausgründung aus der Universität Göttingen. Derzeit beschäftige die Firma an der Götzenbreite 12 sowie an einem kleinen Fertigungsstandort in Chemnitz 51 Mitarbeiter, darunter viele Ingenieure und Wissenschaftler.

Exportquote von 90 Prozent

„Aktuell haben wir Aufträge im Wert von mehr als zehn Mio. Euro angenommen“, berichtet der Unternehmer. Die Exportquote liege bei 90 Prozent. Die Kunden seien Universitäten, Forschungsinstitute sowie Firmen, die sich mit Materialprüfung und Geothermie, Bergbau, mit Erdbebenforschung sowie Baugrundanalysen befassten. APS liefere komplette Prüfsysteme einschließlich Steuerung und Messtechnik.

Von Michael Caspar

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