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Regional APS will am neuen Standort weiter wachsen
Nachrichten Wirtschaft Regional APS will am neuen Standort weiter wachsen
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19:00 18.11.2010
Beim Rundgang: A. Dornieden, D. Barth (WRG), R. Schermann, F. Wellhausen und T. Wille (v.l.).
Beim Rundgang: A. Dornieden, D. Barth (WRG), R. Schermann, F. Wellhausen und T. Wille (v.l.). Quelle: JV
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„Unsere großen Kunden hatten Sorge, ob wir überhaupt noch für sie fertigten“, sagt Andreas Dornieden. Mit 14 weiteren Mitarbeitern hat ihn Investor Thorsten Wille aus der in Insolvenz gegangenen Firma Weppner Feinmechanik übernommen (Tageblatt berichtete). Der ehemalige Betriebsleiter ist nun neuer Geschäftsführer von APS-Feinmechanik. „Wir fertigen natürlich auch für unsere alten Kunden weiter“, sagt er. Die Sorge war allerdings erst einmal begründet: Der neue APS-Standort befindet sich auf der rund 2200 Quadratmeter großen Gewerbe und Bürofläche in der Götzenbreite. Bis September 2010 stand noch Weppner Feinmechanik groß auf dem Gebäude. „Wir haben die Feinmechanik integriert, aber als Unternehmen belassen“, erklärt Wille. „Eine Werkstatt in dieser Größe hätten wir uns nicht leisten können“.
Unter „Wille Geotechnik“ vermarktet seine Firma Prüfgeräte für Forschung und Industrie. Von der Konstruktion, Software bis zur Mechanik fertigt die Firma alles im Haus. „Das ist ein sehr spezieller Nischenmarkt“, sagt Wille. Beispielsweise werden die Geräte genutzt, um Untergründe für Asphaltierungsarbeiten verschiedenen Belastungen und Tests auszusetzen. 80 Prozent der Maschinen gehen in den Export – nach China, Russland oder Brasilien. Die Anfragen in diesem Markt seien bei Wachstumsraten von zehn bis zwanzig Prozent kaum zu bewältigen. Trotzdem gilt für Wille: „Wir müssen langsam wachsen.“

Wirtschaftsförderung Region Göttingen

Seit November 2007 hat die Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG) 87 Unternehmen mit insgesamt 3,6 Millionen Euro aus EU-Fördertöpfen unterstützt. Damit seien 124 Ausbildungsplätze geschaffen und mehr als 1000 Arbeitsplätze gesichert worden, sagt Reinhard Schermann. Dies sei ein Grund, warum der Landkreis in Zeiten der Krise einen Zuwachs von 0,2 Prozent an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplä tzen geschaffen habe. Das sei niedersachsenweit ein Spitzenwert.

Ab dem 1. Januar sollen sich die Produktionswege unter einem Dach treffen. „Die Konstrukteure können sich dann auf kurzem Weg mit den Mechanikern verständigen“, erklärt Dornieden. Eine Erweiterung der Fertigung sei ebenso geplant, wie die Einstellung von zusätzlichen Mitarbeitern. Ein Zuschuss in Höhe von 75 000 Euro durch die Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG, siehe Kasten) habe zum Kauf entscheidend beigetragen, betont Wille. „Vieles stand gleichzeitig an, und der Zuschuss war ein großer Schritt in die richtige Richtung“. Landrat Reinhard Schermann (CDU) sagte bei einem Rundgang durch die Firma, dass es wichtig sei, gerade kleine und mittlere Unternehmen aktiv zu unterstützen, um „Netzwerk für eine Wissens- und Innovationsregion“ aufzubauen.

Von Florian Heinz