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Regional Abberior Instruments erfolgreich mit STED-Mikroskop
Nachrichten Wirtschaft Regional Abberior Instruments erfolgreich mit STED-Mikroskop
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00:22 09.05.2019
Die Abberior GmbH hat 2018 erstmals mehr als 10 Millionen Euro erwirtschaftet, freut sich Geschäftsführer Gerald Donnert –hier am STED-Mikroskop. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

 Mit einem neuen Mikroskop, das die Firma Abberior Instruments Ende 2019 auf den Markt bringt, lassen sich erstmals wenige Nanometer große Stukturen in lebenden Zellen beobachten. „Unsere Mikroskope werden noch einmal um den Faktor zehn besser als bisher“, kündigt Abberior-Instruments-Geschäftsführer Gerald Donnert an.

Minflux nennt sich die Technik, die der Göttinger Nobelpreisträger Stefan Hell erfunden hat. 2016 publizierte er erstmals über sie. Nun bringt die Firma Abberior, die 2012 von Hell und anderen Wissenschaftlern gegründet worden ist, das erste Gerät dieser Art auf den Markt. „Das wird unserer Firma noch einmal einen großen Schub nach vorne geben“, erwartet Donnert.

Zum zweiten Mal mehr als zehn Millionen Euro erwirtschaftet

„Bereits unsere hochauflösenden STED-Instrumente haben die Mikroskopie revolutioniert“, sagt der Geschäftsführer. Mit ihnen lasse sich die vom deutschen Physiker Ernst Abbe beschriebene sogenannte Beugungsgrenze durchbrechen. Abbe sei davon ausgegangen, dass sich mit Lichtmikroskopen aus physikalischen Gründen keine Strukturen beobachten ließen, die kleiner als 250 Nanometer seien.

Die STED-Instrumente, für die Hell 2014 den Nobelpreis erhielt, schaffen das. Sie nehmen bis zu 25 Nanometer kleine Strukturen in den Blick. So können Wissenschaftler Proteine in lebenden Zellen beobachten. „Unsere Geräte kosten nicht mehr als die herkömmlichen Mikroskope“, sagt Donnert. Entsprechend groß sei die Nachfrage. Seine Firma, die seit 2013 schwarze Zahlen schreibe, gehöre zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland. 2018 hätten sie zum zweiten Mal hintereinander mehr als zehn Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

„In den ersten Jahren haben wir vor allem 300 bis 400 Kilogramm schwere Geräte verkauft“, berichtet der Unternehmer. Die Kunden seien Wissenschaftler gewesen, die selbst Mikroskope entwickelten. 2017 hätten sie dann ein kompaktes, 40 Kilogramm schweres STED-Einstiegsgerät auf den Markt gebracht. Es liefere auf Knopfdruck scharfe Bilder. An der Entwicklung sei vor allem der Abberior-Standort in Heidelberg beteiligt gewesen.

„Seit April diesen Jahres verkaufen wir außerdem ein bedienungsfreudliches Gerät mit vielen Funktionen für Zentren, wo Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen die Instrumente nutzen“, sagt Donnert. Damit hätten sie die STED-Mikroskopie für die biologische und medizinische Forschung zugänglich gemacht. Die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten, bei der die neue Technik zum Einsatz komme, steige „rasant“. Forscher könnten nun Dinge beobachten, die bislang außerhalb ihres Sichtfelds lagen. Das werde in den kommenden Jahren zu bahnbrechenden Erkenntnissen führen.

„Wir haben noch zwei, drei Mitbewerber“, berichtet Donnert. Abberior habe aber technologisch die Nase vorn. Fast die Hälfte der 50 Mitarbeiter hätten in diesem Bereich ihre Doktorarbeiten geschrieben.

Seit 2017 gibt es auch ein Büro in der Schweiz

Bisher verkaufen die Göttinger ihre Geräte vor allem in Deutschland und Europa. Es gibt seit Ende 2017 einen Standort in Basel mit fünf Mitarbeitern, an dem auch gefertigt wird. „In der Schweiz gibt es nicht so viele Einschränkungen durch Patente wie in Deutschland“, sagt Donnert. Das öffne Abberior Instruments andere Möglichkeiten.

Ein Vertriebsbüro mit fünf Mitarbeitern hat das Unternehmen seit 2017 in den USA. In Asien, wo die Göttinger vor allem in China und in geringerem Maße in Südkorea und Japan Geräte verkaufen, arbeitet die Firma mit Partnern zusammen. „Sowohl in den USA als auch in China wollen wir unseren Vertrieb und unseren Service ausbauen, um dort stärker zu wachsen“, kündigt Donnert an.

Von Michael Caspar

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