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Regional Agravis erwartet Abschwächung
Nachrichten Wirtschaft Regional Agravis erwartet Abschwächung
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17:42 08.03.2012
Foto: Ein Mitarbeiter des Agravis-Kraftfutterwerkes in Oldenburg hält eine Probe Tierfutter in den Händen.
Ein Mitarbeiter des Agravis-Kraftfutterwerkes in Oldenburg hält eine Probe Tierfutter in den Händen. Quelle: Archivfoto: Wagner
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Hannover

Nach dem Rekordjahr 2011 stellt sich Europas zweitgrößter Agrarhändler Agravis Raiffeisen AG im laufenden Jahr auf eine Abschwächung der Geschäfte ein. Als Ziel beim Umsatz hat sich der Konzern mit Sitz in Münster und Hannover 6,3 Milliarden Euro gesteckt. Der Gewinn vor Steuern soll mehr als 40 Millionen Euro erreichen. "Wenn wir das erreichen, sind wir schon zufrieden", sagte Agravis-Chef Clemens Große Frie am Donnerstag anlässlich der Bilanzvorlage.

Die vorsichtige Prognose begründete der Konzernchef vor allem mit der Euro-Schuldenkrise und als Folge davon mit Währungs- und Preisschwankungen. Da die Landwirtschaft kein isolierter Sektor sei, könne sie dies ebenfalls zu spüren bekommen. "Wenn wider Erwarten jedoch alles rund läuft, kann 2012 auch besser werden."

Ähnlich lief es auch im vergangenen Jahr. Die ursprüngliche Prognose von 5,5 Milliarden Euro Umsatz wurde am Ende bei Weitem übertroffen. Die Erlöse wuchsen um mehr als eine Milliarde Euro oder fast ein Fünftel auf rund 6,5 Milliarden Euro - dank der starken Preissteigerungen im ersten Halbjahr für Agrarprodukte wie Getreide. Zudem habe Agravis vom Preisauftrieb bei Dünger und Energie profitiert, erklärte Große Frie. Der Konzern handelt mit Getreide, Futter- und Düngemitteln sowie Saatgut, Landtechnik, Bioenergie und Baustoffen. Aber Agravis habe auch Marktanteile gewonnen, sagte der Konzernchef. So seien etwa die Erlöse in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, wo Agravis bislang nicht stark vertreten war, um mehr als 150 Millionen Euro gesteigert worden.

Das kräftige Umsatzwachstum sorgte auch für sprudelnde Gewinne. Um 65 Prozent auf 48,2 Millionen Euro legte das Ergebnis vor Steuern zu. Deshalb sollen die genossenschaftlichen Anteilseigner eine von 5,7 auf 6 Prozent erhöhte Dividende je Aktie erhalten. Die Ausschüttungssumme beträgt laut Große Frie 10 Millionen Euro. Zugleich wurde das Eigenkapital um über 70 Millionen auf 343 Millionen Euro gestärkt; 30 Millionen Euro stammten aus dem Ergebnis und rund 40 Millionen Euro aus dem Aktienverkauf an Landwirte vor allem aus Niedersachsen, Genossenschaften und Mitarbeiter, wie Große Frie erläuterte. Die Eigenkapitalquote liegt jetzt bei 25,4 Prozent.

Ins laufende Jahr ist Agravis nach Angaben des Konzernchefs gut gestartet. Die Landwirte seien angesichts höherer Einkommen in Investitionslaune. So habe die Landtechniksparte volle Auftragsbücher. Das Geschäft mit Baustoffen und Energie liege im Plan.

Zufrieden zeigte sich Große Frie mit dem neuen Geschäftsfeld Erdgashandel. Nach dem ersten Jahr habe das Gemeinschaftsunternehmen Raiffeisen-Energie GmbH & Co. KG, an dem Agravis und 33 Genossenschaften zu gleichen Teilen beteiligt sind, das Ziel eines flächendeckenden Erdgasvertriebs in Niedersachsen erreicht. Als nächstes soll die Marke "RGas" in Nordrhein-Westfalen eingeführt werden. Derzeit werde der Einstieg in den Stromhandel geprüft.

Kein Thema sind vorerst Fusionen, wie der Agravis-Chef erklärte. Akquisitionen seien gegenwärtig zu teuer, weil auch andere Unternehmen einen guten Lauf hätten und dadurch wertvoller würden. Stattdessen setze Agravis auf Kooperationen und strategische Allianzen. "Aber im Moment haben wir nichts in petto."

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