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Regional Anzug mit Carrera-Bahn, Kleid aus Zeitungspapier
Nachrichten Wirtschaft Regional Anzug mit Carrera-Bahn, Kleid aus Zeitungspapier
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19:18 22.01.2016
Von Hauke Rudolph
Fanny Hoffmann Quelle: hw
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Göttingen

Mit ihrer im Januar eröffneten SchneidereiKostüme nach Maß“ sind Fanny Hoffmann und Elke Becker beim Innovationspreis angetreten. Viele Werbebotschaften seien schnell vergessen, sagen die beiden Gründerinnen: „Unsere ausgefallenen und auffälligen Kreationen jedoch nicht.“  

 
Eine mehrere Meter hohe Schönheit mit strahlendem Lächeln, die in einem ausladenden Satin-Kostüm durch die Osteroder Innenstadt stolziert: Die werden die Passanten lange im Gedächtnis behalten. Die Stelzenläuferin Luciana war im Auftrag der „Volksbank im Harz“ unterwegs, wobei das Orange-Blau ihres prachtvollen Outfits die Farben des Geldinstituts repräsentierten.

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Kostüme zu fertigen, die Aufsehen erregen, ein emotionales Erlebnis bereiten und das Produkt oder die Dienstleistung eines Unternehmens beziehungsweise das Unternehmen selbst öffentlichkeitswirksam präsentieren – das ist die Idee von Fanny Hoffmann (Maßschneiderin und Dekorateurin) aus Göttingen sowie Elke Becker (Schneidermeisterin und Direktrice) aus Osterode. Das könnte zum Beispiel ein schwarzer Anzug mit einer aufgebrachten Carrera-Bahn sein, dessen Träger ein Autohaus promotet. Oder ein Kleid aus bedrucktem Papier, dessen Trägerin für einen Verlag wirbt.

 
„Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt“, betont Hoffmann. Derzeit arbeiten die 37-Jährige und ihre Geschäftspartnerin am Entwurf für ein mit Haaren bestücktes Kostüm, mit dem ein Friseursalon Reklame machen will. Weiterhin haben sie einen Auftrag von einem Gastronomie-Unternehmen, dessen Mitarbeiter-Kleidung zwar einheitlich ist, die aber demonstrieren soll, dass Spezialitäten aus verschiedenen Ländern auf der Karte stehen – also gestalten Hoffmann und Becker Schürzen mit den Flaggen und typischen Symbolen der jeweiligen Länder.

 
Sie seien froh, am Innovationspreis teilgenommen zu haben, so Hoffmann. Die größte Herausforderung einer so jungen Firma sei nun mal das Marketing – durch die Teilnahme  seien sie und ihre Geschäftspartnerin mit Leuten ins Gespräch gekommen, „von denen wir hoffen, dass sie uns weiterempfehlen. Mundpropaganda ist nämlich enorm wichtig“. Sich und seine neugegründete Firma darstellen und präsentieren zu müssen, sei außerdem ein Prozess, durch den man an „Mut und Stärke“ gewinne.