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Regional Göttinger Supermärkte werben für Bezahlen mit Handy
Nachrichten Wirtschaft Regional Göttinger Supermärkte werben für Bezahlen mit Handy
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00:21 22.12.2018
Bezahlen mit dem Handy: Verkürzt die Abfertigung an der Kasse. Quelle: orelphoto - stock.adobe.com
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Göttingen

Ein halbes Jahr nach Google ist im Dezember Apple mit einem eigenen Smartphone-Bezahldienst an den Start gegangen. Bei Apple Pay, das es in den USA bereits seit vier Jahren gibt, hält der Kunde im Laden sein iPhone oder die Apple Watch an der Kasse ans Terminal. Es muss das kontaktlose Bezahlen unterstützen. Die deutsche Wirtschaft hat bereits 820 000 Terminals umgerüstet.

Ein Fünftel der Kunden zahlt bargeldlos

„Im stationären Einzelhandel in Göttingen, wo ein Fünftel der Kunden bargeldlos zahlt, spielt das Smartphone bisher keine Rolle“, meint Alexander Grosse, der Vorsitzende des Göttinger Einzelhandelsverbands. In seinem Schreibwarengeschäft, das von vielen Studierenden besucht werde, habe bisher niemand an der Kasse sein Handy gezückt. Auch Friederike Breyer, die Göttinger ProCity-Geschäftsführerin, winkt ab. Zu Smartphone-Bezahlfunktionen lägen ihnen bisher „keine Anfragen“ vor.

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„Es sind derzeit vor allem die Supermarkt-Ketten, die aktiv für das Bezahlen mit dem Handy werben“, kommentiert das Marina Lühman vom Vertriebsmanagement der Sparkasse Duderstadt. Vielen inhabergeführten Geschäften seien die Vorteile offenbar nicht klar. Das Bezahlen an der Kasse, wo sich die meisten Kunden das Warten ohnehin mit dem Handy verkürzten, gehe deutlich schneller. Das abendliche Zählen des Kassenbestands und das Einzahlen bei der Bank entfielen.

„Rege Nachfrage“ nach der Sparkassen-App „Mobiles Bezahlen“

Von einer „regen Nachfrage“ nach der Sparkassen-App „Mobiles Bezahlen“ zum bargeld- und kontaktlosen Bezahlen per Android-Smartphone berichtet auch Frank Sickora von der Sparkasse Göttingen. Die App sei in den ersten 100 Tagen nach ihrer Freischaltung im Juli deutschlandweit 300 000 Mal heruntergeladen worden.

„Sehr interessiert“ an der App, so Thomas Scheffler, der Vorstandsvorsitzende der Kreis- und Stadtsparkasse Münden, seien nicht nur junge Erwachsene, sondern auch die 40- bis 55-Jährigen. Für den täglichen Einkauf setzten Kunden aktuell jedoch immer noch bevorzugt ihre Girocard ein. Mit ihnen sei auch das kontaktlose Bezahlen möglich.

Dominanz der Girocard

An der Dominanz der Girocard werde sich wohl auch in den kommenden Jahren nichts ändern, erwartet Peter Mühlhaus von der Volksbank Kassel Göttingen. Für die Smartphone-Generation, die auf ein Portemonnaie gänzlich verzichten wolle und alles übers Handy manage, biete die Volksbank die Bezahlfunktion ihrer Banking-App an, die bei allen Android-Systemen (Marktanteil: 80 Prozent) verfügbar sei. Viele der 10 000 Studierenden, die bei der Volksbank Kassel Göttingen Kunden seien, nutzten ihr Smartphone bereits zur Terminverwaltung, zur Kommunikation auf Social Media-Kanälen und zum digitalen Lernen, aber auch für Bahnfahrkarten, Flüge oder Online-Bestellungen.

„Große Marktchancen“ für das Bezahlen mit dem Handy sieht die Volksbank Solling, berichtet Marketingchefin Rosemarie Bertram. Ihre Bank stütze sich bei dieser Einschätzung auf Meinungsforschungsergebnisse des eigenen Finanzverbundes sowie auf Rückmeldungen von Kunden. Ein gutes Drittel dieser Kunden sei jünger als 30 Jahre und entsprechend aufgeschlossen.

Apple Pay

Die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken haben sich bisher nicht mit Apple (Smartphone-Marktanteil: 20 Prozent), über die Konditionen bei Apple Pay einigen können. Apple wolle ein Gebühr dafür, dass es die NFC-Schnittstelle für die andere Bezahl-Apps freischalte, erklärt Lühmann von der Sparkasse Duderstadt.

Von Michael Caspar

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