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Regional Aussteller auf Eurotier freuen sich über steigende Investitionen der Landwirte
Nachrichten Wirtschaft Regional Aussteller auf Eurotier freuen sich über steigende Investitionen der Landwirte
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19:02 18.11.2010
Weiche Matten für das Milchvieh: Mitarbeiter der Friedländer Huber Technik zeigen die Innovation auf der Messe Eurotier.
Weiche Matten für das Milchvieh: Mitarbeiter der Friedländer Huber Technik zeigen die Innovation auf der Messe Eurotier. Quelle: EF
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sind sie immer auf der Suche nach Möglichkeiten, um ihre Höfe wirtschaftlicher führen zu können. Bis Freitag informieren sie sich auf der Messe Eurotier über neue Trends bei Stalleinrichtungen, Tierpflegemitteln, Fütterungstechnik oder Zuchtprogrammen. Die Eurotier ist mit 2000 Ausstellern laut Veranstalter Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft die weltweit größte Messe für professionelle Tierhaltung. Aussteller aus der Region Südniedersachsen sprechen von wachsender Investitionsbereitschaft.
„Der Milchpreis steigt zum Glück. Dann hat der Landwirt wieder mehr Geld, und davon profitieren auch wir”, sagt Tilman Ziegler, Geschäftsführer der Huber Technik Vertriebs GmbH aus Friedland. Drei Mitarbeiter sind für den Verkauf der in der Zentrale im bayrischen Erding angefertigten Gummibeläge für Kuhställe zuständig, die die Gelenke der Tiere schonen und so für einen höheren Milchertrag sorgen sollen.
Die in Hannover präsentierten Weichbett-Systeme bestehen aus Vollgummi-Deckbahnen und einem Latexkern. Der Quadratmeter kostet zwischen 40 und 80 Euro. Viele der Eurotier-Besucher stellen oder legen sich auf die „Kuhmatratzen” und prüfen die Qualität. „Wir hoffen, dass das Geschäft mit Osteuropa wieder anzieht, das durch die Wirtschaftskrise eingebrochen ist.“ Alleine in Russland gebe es neun Millionen Milchkühe – ein riesiger Markt. „Das Publikum hier ist sehr international”, freut sich Ziegler. 80 Prozent des Umsatzes von zuletzt 4 Mio. Euro wird im Export erzielt. Derzeit machen ihm allerdings die steigenden Rohstoffpreise Sorgen, die nicht komplett an den Kunden weitergegeben werden können. „Unser Geschäft läuft derzeit gut, bis Weihnachten sind wir gut beschäftigt”, so Ziegler, der für 2010 mit einem Umsatz von 5 Mio. Euro rechnet.
Udo Schmidt, Produktmanager bei der Huf &  Klaue Vertriebsgesellschaft mbH aus Eberhausen, bestätigt den positiven Messeeindruck. „Landwirte investieren wieder mehr, weil der Milchpreis steigt. Die Finanzierung bereitet ihnen kein Problem.” 25 000 Euro kostet der patentierte automatische Huf- und Klauenreiniger für Kühe und Pferde, der in Eberhausen konstruiert wird. Dabei geht das Tier in einer Box über einen Stahlrost, unter dem die rotierenden Reinigungsbürsten für saubere Hufe beziehugnsweise Klauen sorgen. Zudem können über mit Düsen versehene Bürstenkörper Pflegemittel aufgetragen werden. „Klauenhygiene wird immer wichtiger, denn nur eine gesunde Kuh gibt viel Milch. Ab einem Bestand von 70 Tieren lohnt sich die Anschaffung”, sagt Erfinder Schmidt. Für dieses Jahr erwartet der Landmaschinen-Mechanikermeister ein Plus beim nicht näher bezifferten Umsatz.
„Ich bin mit der Messeresonanz sehr zufrieden”, sagt Joern Voss, Leiter der Forschungsabteilung bei der Fassisi GmbH aus Göttingen. Das auf Veterinärdiagnostik und Umweltanalysen spezialisierte Unternehmen bietet den Besuchern die selbst entwickelten und hergestellten Schnelltests bei Kälber- und Ferkeldurchfall an. Damit könne der Tierarzt in zehn Minuten den Grund der Krankheit feststellen. Die zeitaufwändige Laboruntersuchung falle weg. „Wir wollen hier die Landwirte für das Thema sensibilisieren, damit sie ihren Tierarzt gezielt auf das Thema ansprechen. Letztlich werden die Betriebe immer größer und die Gefahr für die Herde wächst, wenn ein Tier erkrankt ist”, sagt Voss, einer von fünf festen Mitarbeitern. Sie machen einen Umsatz von rund 200 000 Euro, Tendenz steigend.
Nicht zufrieden sind dagegen die Bauern, die dem Verbraucher eine Alternative zur Massentierhaltung bieten wollen. Sie ärgert, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung gerade die Förderung des ökologischen Landbaus drastisch gekürzt hat.