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Regional Autos sind Audi nicht genug
Nachrichten Wirtschaft Regional Autos sind Audi nicht genug
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20:37 13.03.2012
Der Autohersteller Audi interessiert sich angeblich für den Luxus-Motorrad-Hersteller Ducati.
 Der Autohersteller Audi interessiert sich angeblich für den Luxus-Motorrad-Hersteller Ducati. Quelle: dpa
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Im Automarkt hat VW acht Marken, bei den Lkw sind es zwei - jetzt soll noch eine Motorradmarke hinzukommen. Die Konzerntochter Audi sei am italienischen Hersteller Ducati interessiert, hieß es gestern in Konzernkreisen. Die Gespräche seien bereits weit fortgeschritten. Audi wollte das nicht kommentieren. Konzernchef Martin Winterkorn hatte die Spekulationen bereits während der Bilanzvorlage am Montag befeuert: "Wir mögen alles, was rot ist - solange es nicht die Zahlen sind", sagte er in Anspielung auf die Hausfarbe der Italiener.

Investindustrial hatte in der Vergangenheit bereits Verkaufsabsichten geäußert. Der Finanzinvestor hat die damals krisengeschüttelte Marke vor einigen Jahren übernommen und inzwischen wieder in der Nobelklasse des Motorradbaus etabliert. Aktuelle Umsatz- und Gewinnzahlen sind nicht bekannt, als Preisvorstellung kursierten allerdings bis zu eine Milliarde Euro.

Ducati wurde 1926 gegründet und gehört trotz einer wechselvollen Geschichte zu den bekanntesten Motorradherstellern der Welt. Die Maschinen werden seit eh und je in Bologna gebaut und sind vor allem im Sportsegment zu Hause. Die Branche kämpft allerdings seit Jahren mit rückläufigen Umsätzen, Hersteller Harley-Davidson steckt zum Beispiel in einer schweren Krise.

Bei Audi dürfte man eher den Konkurrenten BMW im Blick haben, dessen Motorradsparte zu den Gewinnern der vergangenen Jahre gehört. Die Münchener wagten in den neunziger Jahren eine radikale Neuausrichtung und haben sich zwischen den einst übermächtigen japanischen Herstellern etabliert. Zu denen gehört auch Suzuki, wo VW - inzwischen zum Leidwesen der Japaner - mit 20 Prozent beteiligt ist.

Als größter Befürworter eines Ducati-Kaufs gilt allerdings VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, der das Spektrum des Mobilitätskonzerns vervollständigen will. Bereits in seiner Zeit bei Audi entstand ein Motorrad mit Vierzylinder-Motor, das ihm allerdings zu klobig war: "Mich sprechen die Ästhetik und Delikatesse einer Ducati an", erklärte er einmal.

So soll es nun sein. Bei der Käufersuche der Investindustrial soll BMW abgewunken haben, die Bayern haben bereits die in Schweden gegründete und heute in Italien angesiedelte Marke Husquarna gekauft. Interesse signalisierte dagegen der größte indische Motorrad-Hersteller, Hero MotoCorp.

Bekommt Audi den Zuschlag, dürfte das einmal mehr für Zorn in Stuttgart sorgen. Daimlers Tochter AMG, für die Sportversionen von Mercedes zuständig, hat erst vor einigen Monaten mit Ducati eine umfangreiche Zusammenarbeit im Marketing gestartet. Die wäre dann wohl rasch beendet.(mit: dpa)

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