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Regional Bilshäuser Tim Heinemann ausgezeichnet
Nachrichten Wirtschaft Regional Bilshäuser Tim Heinemann ausgezeichnet
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16:04 14.08.2018
Tim Heinemann an seinem Arbeitsplatz bei der Mikrooptik-Firma Henke-Sass, Wolff. Quelle: Hinzmann
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Nörten-Hardenberg

Tim Heinemann hat jeden Tag gute Laune. Diesen Eindruck macht er auf Ulrike Kemner. Und sie kann es schließlich beurteilen, denn sie ist seine Ausbilderin bei der Mikrooptik-Firma Henke-Sass, Wolff mit Sitz in Nörten-Hardenberg. Der gebürtige Bilshäuser hat auch allen Grund, fröhlich zu sein, denn er wurde vom Arbeitgeberverband (AGV) Mitte mit dem Leuchtturm 2018 ausgezeichnet, holte sich den 1. Platz und 1000 Euro Preisgeld.

Zum Industriekaufmann wird der 21-Jährige derzeit ausgebildet, durchläuft alle Bereiche in der Firma, die 230 Mitarbeiter hat, 1966 gegründet wurde. Das Unternehmen fertigt feinoptische Linsen für die Medizintechnik. „Medizintechnik war für mich immer interessant, zumal man in der heutigen Zeit durchaus zukunftsorientiert denken muss“, hat sich Heinemann mit Weitblick für diesen Job entschieden. Er kannte seine jetzige Ausbildungsfirma nicht, stieß bei seiner Recherche auf sie und bewarb sich.

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Offen und loyal

Für beide Seiten war es „Liebe auf den ersten Blick“. Die Chemie stimmte und der Hobbykoch, der sehr gern und auch sehr gut kocht und grillt, bedankt sich jeden Tag mit guten Leistungen für das in ihn gesetzte Vertrauen. „Er ist offen, loyal, steht mit beiden Beinen im Leben und ist agil in alle Richtungen“, sagt seine Ausbilderin über ihn.

Ein Kriterium des AGV war unter anderem soziales Engagement. Damit hat Heinemann, der eigentlich in Berlin geboren wurde, aber schon mit einem Jahr im Eichsfeld landete (“ich bin ein Dorfmensch“), überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil, dafür muss er sich nicht einmal anstrengen. Kleines Beispiel gefällig: Heinemann hat eine Leidenschaft: Motorrad fahren. Aber nicht einfach so, sondern er organisiert zusammen mit einem Team den Eichsfelder Bikertag. Dabei unternehmen Biker gemeinsam eine Tour. Das Startgeld und der Erlös der anschließenden Party kommt der Elternhilfe für das krebskranke Kind zugute. Gut 1000 Biker werden in diesem Jahr erwartet. Und genau für dieses Projekt schlägt das Herz von Heinemann, der die Hälfte seines Preises spendete. Den Rest musste er für ein kleines privates Missgeschick investieren.

Innerhalb seiner Ausbildung, die er um ein halbes Jahr verkürzen wird, hat der Eichsfelder, der gemeinsam mit seinem Freund eine mobile Disco betreibt, auf Geburtstagen und Feiern für Stimmung sorgt, einiges bewegt. Beispielsweise eine Ausbildungsmappe erstellt. „Sie ist als Leitfaden gedacht für diejenigen, die neu bei uns anfangen“, berichtet Heinemann. Darin stehen wissenswerte Dinge wie Arbeitszeiten, wie beantrage ich Urlaub, aber auch Informationen über beispielsweise die Abteilungsleiter. „Bei 230 Mitarbeiter kann man nicht Jeden sofort kennen“, hat Kemner die Initiative, einen solchen Wegweiser zu erstellen, sehr begrüßt.

Patenprogramm für Azubis

Auch der Kennlerntag für die Neulinge kommt sehr gut an. „Es geht einfach darum, den neuen Auszubildenden die Angst vor dem ersten Tag zu nehmen“, erläutert Heinemann. Darüber hinaus gibt es auch ein Patenprogramm für die Azubis. Insgesamt 14 sind es, 13 gewerbliche und ein Auszubildender im kaufmännischen Bereich.

Um ein Filmprojekt hat sich der 21-Jährige auch gekümmert. „Das sogenannte Jobkino wird vom Landkreis Northeim gefördert“, erzählt Heinemann. Er schrieb einfach mal so das Drehbuch. Der Film ist jetzt auf der Homepage zu sehen, auch auf You Tube. „Wir haben wirklich gute Resonanz bekommen. Wir müssen diesen Beruf bekannter machen“, fordert Heinemann. Seine Ausbilderin Kemner ist ganz auf seiner Linie, beide sind inzwischen ein eingespieltes, sehr gutes Team, schätzen sich sehr.

Und dann wäre da ja auch noch die Zusatzqualifikation zum China-Kaufmann, die Heinemann absolviert. Drei Wochen verbrachte er in China, und er kam, wie nicht anders zu erwarten, dort sehr gut klar. Zumal er während seiner Schulzeit auf dem Wirtschaftsgymnasium in Northeim Chinesisch belegte, auch ein wenig spricht. Zu seinen Traumreisezielen gehört allerdings der Inselstaat Jamaika in der Karibik. „An den Rastazöpfen muss ich noch ein bisschen arbeiten, aber ich würde total gern einmal erleben, ob das Lebensgefühl dort wirklich so ist, wie es den Eindruck macht.“

Von Vicki Schwarze

14.08.2018
17.08.2018