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Regional Bosch baut in Göttingen 80 Stellen ab
Nachrichten Wirtschaft Regional Bosch baut in Göttingen 80 Stellen ab
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19:23 14.08.2013
Von Hanne-Dore Schumacher
Werksleiter Kay Kröger in der Fertigung: Dort werden neue Starter gebaut und gebrauchte Teile instandgesetzt. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Mit der Flaute einher gehe ein enormer Kostendruck, beschreibt Werksleiter Kay Kröger die Lage. „Der Wettbewerb setzt uns unter Druck“, klagt der 49-Jährige. In Polen, Ungarn sogar in Tunesien ließen andere Firmen fertigen. Deshalb werde man die Arbeitsplätze in der Produktion auch in Göttingen reduzieren. Zurzeit arbeiten in der Robert-Bosch-Breite 650 Mitarbeiter. 150 weniger als vor zwei Jahren in einer Hochkonjunkturphase. Befristete Verträge seien ausgelaufen.

Betriebsbedingte Kündigungen nicht beabsichtigt

„Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht beabsichtigt“, stellt Kröger klar. Mit Vorruhestand, Versetzungen (etwa ins Werk Eisenach) oder Abfindungen solle der Stellenabbau verwirklicht werden, so der Werksleiter. Nach der Sommerzeit wolle man individuelle Lösungen finden. Nach Osteuropa werden Fertigungsaufträge ausgliedert, in  Bosch-Instandsetzungswerke in der Ukraine und der Slowakei.

Positive Nachrichten

Im Tageblatt-Gespräch konnte Kröger auch positive Nachrichten vermelden. So werde die Leitung der Geschäftseinheit Instandsetzung (Leiter Rüdiger Saur) von Dänemark nach Göttingen verlegt. Von Göttingen aus solle das weltweite Produktions-Netzwerk gemanagt werden. Auch die Sortierung der Altware erfolge ab 2014 zentral im Kompetenzzentrum Göttingen. „Das ist eine klare Aufwertung von Göttingen“, betont Kröger und ergänzt: Im dänischen Esbjerg werde im gleichen Zug der weltweite Vertrieb von Ersatzteilen koordiniert. Am Standort Göttingen, wo 2012 rund 580 000 Starter, Generatoren, Zündverteiler, Luftmassen-Mengenmesser und Bremssättel instandgesetzt wurden, erhalte auch die Verantwortung für die Entwicklung der Fertigungsprozesse.

Vor vier Wochen sei zudem die Serieninstandsetzung von Abgas-Turboladern angefahren. In diesem Jahr sollen 2000 Stück erneuert werden, kündigt Kröger an. Die runderneuerten Teile kosten etwa 30 Prozent weniger als Neuteile und erhalten eine zweijährige Gewährleistung. „Wir werden die Stärken nutzen, die Göttingen hat“, sagt Pressechef Joachim Siedler.