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Regional C + C Schaper gibt Standort Göttingen auf
Nachrichten Wirtschaft Regional C + C Schaper gibt Standort Göttingen auf
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17:53 16.11.2011
Von Hanne-Dore Schumacher
C + C Schaper: Geschäftsaufgabe zum 31. Dezember 2011. Quelle: SPF
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Göttingen

Das war vor drei Jahren. Der Traum währte nicht lang. Am 31. Dezember schließt C + C Schaper auf der Siekhöhe, 40 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Neu gebaut wurde der 65. Schaper-Markt – in nur vier Monaten – von der Industriebau Wernigerode GmbH. 5 Millionen Euro wurden im Anna-Vandenhoeck-Ring verbaut. 3000 Kunden aus Gastronomie, Hotellerie, Handwerk, Handel, Großküchen, Tankstellen und Kiosken hatten die Investoren bei Eröffnung avisiert. Die Rechnung ging nicht auf.

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Nicht nur Göttingen wird zum Jahresende von der Muttergesellschaft Metro geschlossen, auch die Standorte Erlangen, Bayreuth, Wesel, Deggendorf, Heide, Sassnitz, Wittenberg und Finowfurt passen nicht mehr ins Konzept der Düsseldorfer Zentrale. In erster Linie seien es externe Gründe, die die Standorte unrentabel machten, sagt John Rix, Vorsitzender der Geschäftsführung der Metro Cash + Carry Deutschland und von Schaper: Wettbewerb vor Ort, schwache infrastrukturelle Bedingungen, langfristige Reduzierung der Einwohner- und damit der Kundenzahl in vorwiegend ländlich geprägten Einzugsgebieten. Da auch die Verhandlungen mit möglichen Käufern ohne Erfolg geblieben seien, müsse man die neun Standorte schließen. Die Geschäftsleitung der Immobilieneignerin Industriebau Wernigerode war über die Schließungsabsichten bis gestern nicht offiziell informiert. Man habe langfristige Mietverträge, antwortete Geschäftsführer Peter Schmidt auf Tageblatt-Anfrage.

Die Beschäftigten sind Anfang des Monats informiert worden, weiß Katharina Wesenick von der Gewerkschaft Verdi. Man habe darauf bestanden, dass die Kündigungen zum 31. Januar 2012 ausgesprochen werden, nicht eher. Wesenick erinnert an den Verkauf der C + C-Schaper-Märkte 2010 an die Metro und den damit verbundenen einjährigen Bestandsschutz bei Betriebsübergang. Mehr habe der Gesamtbetriebsrat nicht für die insgesamt 270 Beschäftigten in den neun betroffenen Märkten tun können. Der Rahmensozialplan sei sehr gut, sagt Wesenick, bedauert aber, dass von den 40 Beschäftigten in Göttingen lediglich ein Mitarbeiter in der Gewerkschaft organisiert sei.