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05:00 12.04.2019
Die Zusammenarbeit der weiterführenden Schulen und der regionalen Wirtschaft soll gefördert werden, um Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderung zu schaffen. Quelle: dpa
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Göttingen

Die CDU-Kreistagsfraktion hat für die nächste Sitzung des Gremiums am 23. Mai einen Antrag eingebracht, der vorsieht, dass die Zusammenarbeit der weiterführenden Schulen und der regionalen Wirtschaft gefördert wird, um Ausbildungsplätze für junge Menschen mit Behinderung zu schaffen. Als Schnittstelle zwischen Schulen, Unternehmen und Inklusionsberatern der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer soll die Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG) fungieren.

Menschen mit Behinderung müssten mit ihren individuellen Leistungen und Fähigkeiten in den Arbeitsmarkt integriert werden. Damit dies gelingt, seien inklusive Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen notwendig, heißt es in dem Antrag der CDU-Fraktion. Im Bereich Bildung und Schule werde bereits einiges für Inklusion getan, in vielen Betrieben aber noch nicht, sagt Susanne Mackensen-Eder, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Kreistag. Es gebe zwar Unternehmen im Mittelstand, die gerne Menschen mit Behinderung einstellen würden. Sie wüssten aber oft nicht, welche Rahmenbedingungen sie schaffen müssten und welche Fördermittel dafür bereitstünden.

Workshops zum Thema organisieren

Dabei könnten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen im Hinblick auf die demografische Entwicklung nicht auf das Erwerbspotenzial von Menschen mit Handicaps verzichten, heißt es in dem Antrag weiter. Eine inklusive Gesellschaft helfe nicht nur den Betroffenen. „Anderssein und anders denken können, bedeutet oft Innovation.“ Aus diesem Grund sollen die Unternehmen für das Thema sensibilisiert werden und ihnen Möglichkeiten aufgezeigt sowie die Bereitschaft gefördert werden, Menschen mit Behinderung einzustellen, sagt Mackensen-Eder. Denkbar sei beispielsweise, dass die WRG Workshops zum Thema organisiert und sich dabei von Unternehmen wie den Harz-Weser-Werkstätten beraten lasse. Der Antrag der CDU-Fraktion sieht zudem vor, dass die WRG Projekte fördert, „bei denen Inklusion gelingt und als Beispiel für weitere Unternehmen und betroffene Menschen dient“.

Neue Impulse

Die Kreishanderwerkerschaft steht einer Förderung der Inklusion nicht nur im schulischen, sondern auch im beruflich-gewerblichen Bereich positiv gegenüber, sagt Kreishandwerksmeister Christian Frölich. „Junge Menschen mit Behinderung benötigen dringend nach der schulischen Ausbildung eine berufliche Perspektive, um die Möglichkeit zu erhalten, selbstbestimmt zu leben.“ Über die bekannten Möglichkeiten hinaus gebe es trotz der gesetzlichen Regelungen noch zu wenig berufliche Angebote für Menschen mit Behinderung. Inwiefern sich Möglichkeiten der Inklusion „in den doch eher kleinen Handwerksbetrieben, wo beispielsweise Baustellenteams oft nur aus zwei Mitarbeitern bestehen“, bieten, müssten alle Beteiligten gemeinsam prüfen und erörtern. „Der Antrag der CDU kann dazu neue Impulse geben“, so Frölich. Auch Martin Rudolph, Leiter der IHK Göttingen, hebt die Bedeutung gelungener Inklusion für den Arbeitsmarkt hervor. So verließen in Niedersachsen jedes Jahr etwa 30000 junge Menschen mit einer Behinderung die allgemeinbildenden Schulen. Diese mit ihren individuellen Fähigkeiten und Potenzialen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren, sei nicht nur soziale Aufgabe, „sondern vor dem Hintergrund der drohenden Konsequenzen des allerorts beklagten Fachkräftemangels ein volkswirtschaftliches, beschäftigungspolitisches Muss“.

Dieser Einschätzung folgt auch Stefan Pietsch, Pressesprecher der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass mehrere Akteure in der Region das Thema Inklusion und Integration von Menschen mit Handicaps in den Arbeitsmarkt anpacken.“ Die HWK sei auf diesem Feld seit vielen Jahren aktiv und informiere die Betriebe unter anderem „über die beschäftigungspolitische Relevanz der Zielgruppe unter Berücksichtigung der Fachkräftesicherung“.

Von Nora Garben

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