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Regional Conti-Aufsichtsrat trifft sich zur Krisensitzung
Nachrichten Wirtschaft Regional Conti-Aufsichtsrat trifft sich zur Krisensitzung
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11:45 30.07.2009
In Hannover berät am Donnerstag der Aufsichtsrat über eine mögliche Kapitalerhöhung.
In Hannover berät am Donnerstag der Aufsichtsrat über eine mögliche Kapitalerhöhung. Quelle: Nigel Treblin/ddp
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Neumann will vom Kontrollgremium grünes Licht für eine Kapitalerhöhung zwischen einer und 1,5 Milliarden Euro erhalten, um dem Konzern Luft zu verschaffen. Großaktionär Schaeffler aber steht einem solchen Schritt skeptisch gegenüber. Eine Kampfabstimmung gilt als möglich.

Continental und Schaeffler verhandeln seit Monaten über die Zukunft der beiden hoch verschuldeten Konzerne. Eine mögliche Fusion oder Übernahme von Schaeffler durch Conti aber scheint wegen vieler offener Fragen vorerst vom Tisch zu sein. Dies bedeutet, dass beide Konzerne zunächst eigenständig bleiben. In diesem Fall sieht die Conti-Führung eine Kapitalerhöhung als dringend notwendig an. Im August wird ein Kredit von 800 Millionen Euro fällig, im August 2010 ein Kredit von 3,5 Milliarden Euro.

Neumann hatte in einem Brief an die Aufsichtsräte geschrieben, bei der Sitzung gehe es darum, den Konzern finanziell abzusichern, wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Dazu sei neues Eigenkapital unbedingt notwendig, Neumann bat deshalb „dringend“ um die Unterstützung der Aufsichtsräte bei diesem Thema.

Unterdessen sieht Conti in der schweren Branchenkrise Licht am Ende des Tunnels. Wie der Konzern am Donnerstag in Hannover mitteilte, rechnet Conti im zweiten Halbjahr 2009 mit einer Belebung des Geschäfts. Wie bereits bekannt, machte das Unternehmen im zweiten Quartal aufgrund eines drastischen Sparkurses operativ Fortschritte, schrieb im ersten Halbjahr aber insgesamt rote Zahlen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei minus 126,2 Millionen Euro, nach plus 912,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank in den ersten sechs Monaten um fast ein Drittel auf rund 9 Milliarden Euro. Unterm Strich verbuchte Conti im ersten Halbjahr ein Minus von 457,1 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 361,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Während die Automotive Gruppe Verluste machte, schrieben die Reifensparte sowie das Industriegeschäft schwarze zahlen.

Die Nettofinanzschulden verringerten sich zum Ende des ersten Halbjahres um 1,23 Milliarden Euro auf rund 9,75 Milliarden Euro. Conti hatte sich wegen der Übernahme der früheren Siemens-Tochter VDO hoch verschuldet. Der Konzern geht aber davon aus, die mit den Banken vereinbarten Kreditvereinbarungen auch im weiteren Jahresverlauf einhalten zu können.

Der früher erfolgsverwöhnte Konzern hatte wegen der schweren Branchenkrise das größte Kostensenkungspaket seiner Geschichte aufgelegt und Werke dicht gemacht. Die Zahl der Beschäftigten sank seit Jahresbeginn um rund 9000 auf rund 131 000.

lni

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Conti-Chef Karl-Thomas Neumann will dem Aufsichtsrat in der nächsten Woche zwei Konzepte für die Zukunft des Konzerns vorlegen. Der eine Plan, die „große Lösung“, sehe die Fusion mit Großaktionär Schaeffler beziehungsweise den Kauf von dessen operativen Geschäft vor, hieß es in Konzernkreisen.

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