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Regional Cron & Lanz ermöglicht Blick hinter die Kulissen
Nachrichten Wirtschaft Regional Cron & Lanz ermöglicht Blick hinter die Kulissen
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00:26 31.03.2018
Blick in die Konditorei Cron & Lanz: Rainer Dornemann beim Backen von Baumkuchen.
Blick in die Konditorei Cron & Lanz: Rainer Dornemann beim Backen von Baumkuchen. Quelle: Foto: Hinzmann
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Göttingen

„Den Tee gibt es hier noch mit Sahne, Kandis oder Zitrone. Der Filtercafé ist frisch gebrüht“, heißt es im Feinschmecker-Büchlein. Und schwärmerisch schreibt der Kritiker: „Elegant und über alle Trends erhaben sind die Torten: etwa die fein geschichtete Sarah-Bernhardt mit Mokkacreme und Nussbaiserboden oder Grillage (Biscuit-Torte) mit Florentiner-Deckel.“ Die Hamburger Zeitschrift „Der Feinschmecker“ gibt das Taschenbuch heraus. Bereits in der Erstauflage 2014 hatte das Traditionshaus an der Weender Straße 25 die Auszeichnung erhalten. In der zweiten Auflage wahrte es seinen Rang unter den 525 besten Adressen Deutschlands.

Blick hinter die Kulissen bei Cron & Lanz

Erwähnung findet natürlich auch die überregional bekannte Spezialität des Hauses: der Baumkuchen. Dessen luftiger Teig vor allem aus aufgeschlagenen Eiern sowie Butter und etwas Mehl besteht. Schicht für Schicht wird der Teig aufgetragen und zwölf Mal nacheinander auf der Welle gebacken. Eine Dreiviertelstunde dauert die Zubereitung. Der Guide empfiehlt: „Am besten zu genießen in der Aida- oder Carola-Torte.“ Für Göttingen erwähnt das 210 Seiten starke Buch zudem das Café Cortes an der Kurzen-Geismar-Straße 27. Es wird seit 2016 von Rahel Winterstein geführt.

Cron & Lanz wird in vierter Generation geführt

„Die Auszeichnung im Feinschmecker-Guide macht unser Team stolz“, meint Inhaberin Ulrike Grummes-Salamon, die Cron & Lanz seit 2005 in vierter Generation führt. Sie arbeitet mit ihrem Vater, Andreas Grummes, zusammen in der Geschäftsleitung. Ihre 25 Mitarbeiterinnen in Service und Verkauf, so die Konditormeisterin garantierten „freundliche, kompetente und schnelle Bedienung“, sagt sie. Die 25 Beschäftigten in der Backstube, „die Heinzelmännchen hinter der Kulisse“, so die Konditormeisterin, sorgten „für die hohe Qualität der Produkte“. Das 1912 von Urgroßvater Adolf Grummes erbaute Haus biete „eine warme, gediegene Atmosphäre“. Das habe die Kritiker überzeugt, die das Cafe inkognito besucht hätten.

„Unsere Rohstoffe beziehen wir aus aller Welt“, sagt die Unternehmerin. Kooperativen in Peru, Equador, Venezuela und Trinidad lieferten zum Beispiel die Edelkakaos. „Faire Preise“ zahle sie. Der Kaffee stamme von Kleinbauern, die Bourbon-Vanilleschoten aus nachhaltigem Anbau auf Madagaskar. Die Göttinger seien für so etwas sensibel. Die Mandeln für das Marzipan kämen vor allem aus der spanischen Region Valencia. Eier, Milch und Quark kaufe sie bei Landwirten der Region.

Torten bei Cron & Lanz nach alten Rezepten gefertigt

„18 verschiedene Torten backen wir in unserer lang gestreckten Backstube, die bis zur Gotmarstraße reicht“, berichtet die Inhaberin. Von dort aus erfolge auch die Anlieferung. Unter Leitung von Arndt Deistung werde nach alten Rezepten gefertigt, die teilweise noch von Urgroßvater Grummes stammten. Im Winter dominierten Schokolade und Cremes. Im Sommer werde es fruchtiger. Dann träfen morgens die frisch gepflückten Himbeeren von einem Feld in Elliehausen ein.

Stolz ist Grummes auf die 60 Pralinen-Sorten, mit denen Göttinger Studierende ihren „Prüfungsstress“ bekämpften, wie es im Feinschmecker-Guide heißt. Gerade ist Maike Diederich im ersten Stock der Backstube dabei, Trüffel zu füllen. Im Raum nebenan bestückt Marzipanmeister Sebastian Lewcowicz die leckeren Hasenlehrer für das Ostergeschäft mit einem Blumenstrauß.

Viele Alternativen – auch keine aus Schwein hergestellte Gelatine

„Beim Sortiment gehen wir mit der Zeit“, betont die Handwerksmeisterin. Exotische Früchte wie Mangos verarbeiteten sie heute. Zum Frühstück gebe es hausgemachten Passionsfrucht-Gelee. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage nach gluten- und lactosefreien Produkten gewachsen. Vereinzelt offerierten sie vegane Süßigkeiten. Für muslimische Kunden, die aus religiösen Gründen keine aus Schwein hergestellte Gelatine äßen, gebe es Alternativen.

Von Michael Caspar