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Regional DLR forscht in Göttingen über den Zug der Zukunft
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15:56 28.06.2019
Zug der Zukunft: Nach dem Einschalten der Infrarot-Lampen wird es sofort warm. Quelle: Vetter
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Göttingen

„Zukunftsorientiert – Lösungen, die verändern“: Dieses Motto hat der Landkreis für den Innovationspreis 2019 gewählt. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer vor. Heute: Wärmelampen im Bahnabteil.

„Welche Temperatur ein Mensch als angenehm empfindet, ist etwas Persönliches; in Zügen wird aber die Klimatisierung der Abteile zentral gesteuert“, beschreibt Daniel Schmeling vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen (DLR) ein Problem. Der promovierte Physiker leitet am Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik im Bereich Bodengebundene Fahrzeuge die Forschungsgruppe Fahrzeug-Klimatisierung. Sie sucht nach einer Lösung für das Dilemma.

„Bisher werden individuell steuerbare Düsen eingesetzt, aus denen warme Luft strömt“, berichtet Schmeling. Der so entstehende Luftzug wirke sich aber störend auf das ganze Abteil aus. Die Gruppe des Physikers testet dagegen Infraraot-Paneele, die jeweils auf den Rücklehnen der Vordersitze angebracht sind. Diese Technik findet bereits in Flugzeugen Verwendung, wo Passagiere sich mit den Lampen ihre Füße wärmen können.

Steuerung über eine App

„Die Paneele haben eine Reihe von Vorteilen“, sagt Schmeling. Sitznachbarn werden nicht gestört. Nach dem Einschalten ist es sofort warm. Die Wärme lässt sich individuell steuern – über Hebel am Sitz oder über eine App auf dem Smartphone, die mit einem QR-Code aktiviert werden könnte.

Klimatisierung verbraucht viel Energie

„Morgens bei der Inbetriebnahme eines Zugs müsste zudem – anders als heute – nicht das ganze Abteil auf 21 Grad Celsius aufgeheizt werden“, führt der Wissenschaftler aus. Der dabei entstehende Lärm stört Anwohner. Zudem wird verschwenderisch viel Energie verbraucht, da Züge morgens selten voll besetzt sind. Kämen Wärmelampen zum Einsatz, würde eine Abteiltemperatur von 17 Grad Celsius ausreichen. Fröstelnde Passagiere schalteten die Paneele ein und hätten es sofort warm. Schmeling: „Die Klimatisierung verbraucht nach dem Antrieb die meiste Energie bei einer Zugfahrt, nämlich 20 bis 30 Prozent.“

Test unter realen Bedingungen

Die Forschungsgruppe will ihre Infrarot-Paneele im kommenden Jahr in einem ICE-Wagen in Minden unter realen Bedingungen testen. Die Deutsche Bahn stellt dem DLR den Wagen im Zuge einer Kooperation zur Verfügung. Die Göttinger gehören zu einem Forschungsverbund von elf Instituten, der über den Zug der Zukunft forscht. Die Züge von morgen sollen schneller, sicherer und komfortabler werden.

Beitrag gegen den Klimawandel

„Nur so lassen sich Autofahrer zum Umsteigen bewegen“, betont Schmeling. Das ist notwendig, wenn weniger fossile Brennstoffe verbraucht und so der Klimawandel gebremst werden soll. Der Wissenschaftler erinnert an das Weißbuch Verkehr, das die Europäische Union 2011 veröffentlicht hat. Darin setzt sich die Staatengemeinschaft das Ziel, bis zum Jahr 2050 die Hälfte des Personenverkehrs von der Straße auf andere Transportformen zu verschieben.

Das 1907 gegründete DLR ist das nationale Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Mit 8000 Mitarbeitern machte es im vergangenen Jahr einen Umsatz von einer Mrd. Euro.

Von Michael Caspar

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