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Regional Geschäftsvolumen in Südniedersachsen ist 2018 um zwei Prozent gewachsen
Nachrichten Wirtschaft Regional Geschäftsvolumen in Südniedersachsen ist 2018 um zwei Prozent gewachsen
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10:41 21.05.2019
Achim Walter, Filialdirektor der Deutschen Bank in Göttingen. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Trotz einbrechender Kurse haben die Kunden der Deutschen Bank in Göttingen 2018 verstärkt in Aktien investiert. Ungebrochen stark war die Nachfrage nach privaten Baufinanzierungen.

In einem „herausfordernden Umfeld“ konnte die Deutsche Bank in Göttingen 2018 ihr Geschäftsvolumen, die Summe aus Krediten, Einlagen und Depotvolumen, im Marktgebiet Niedersachsen Süd auf 6,6 Mrd. Euro (+2 Prozent) und in Göttingen auf 974 Mio. Euro (+4,2 Mio. Euro) steigern. Das berichtet der Göttinger Filialdirektor, Achim Walter, bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Die Deutsche Bank betreute demnach in Südniedersachsen Ende des Vorjahrs 170 000 Kunden, davon 24 000 in Göttingen.

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Brexit und Handelsstreit

„Kräftige Kursrückgänge an den weltweiten Börsen“ – nicht zuletzt aufgrund geopolitischer Umbrüche wie dem Brexit oder dem Handelsstreit der USA mit der Europäischen Union und mit China – ließen das Depotvolumen der Deutsche-Bank-Kunden in Südniedersachsen 2018 auf 1,9 Mrd. Euro (-14,1 Prozent), in Göttingen auf 288 Mio. Euro (-11,3 Prozent) sinken, führt Walter aus.

Wachsendes Interesse an Aktienfonds

Überproportional wuchs dagegen das Einlagenvolumen, sagt der Filialdirektor. Es betrug in Südniedersachsen 2,5 Mrd. Euro (+19,4 Prozent), davon in Göttingen 344 Mio. Euro (+22,2 Prozent). Da die Zinsen weiterhin sehr niedrig sind, investieren private Anleger immer häufiger in Aktien – vor allem in Form von Fonds.

Ungebrochene Nachfrage bei privaten Baufinanzierungen

Bei der Vergabe von Krediten stand bei der Deutschen Bank in Göttingen vor allem die Finanzierung von Eigenheimen im Vordergrund, teilt Walter mit. Das Angebot an attraktiven Eigentumswohnungen und Häusern reicht nicht aus, meint er. 2018 ist das Kreditvolumen in Südniedersachsen auf 2,3 Mrd. Euro (+1,5 Prozent) gewachsen, in Göttingen auf 341 Mio. Euro (+4 Prozent).

Digitalisierung

Die Deutsche Bank setzte 2018 ihren Kurs fort, nach und nach alle Bankgeschäfte auch digital anzubieten, erläutert Walter. Der Digitalisierung trägt das neue Ausbildungskonzept für Bankkaufleute des Unternehmens Rechnung.

1000 mittelständische Kunden in Südniedersachsen

In Südniedersachsen betreut die Deutsche Bank 1000 mittelständische Kunden. Die Göttinger Filiale begleitet sie von der Finanzierung über die Risikoabsicherung bis hin zur Geldanlage und der Nachfolgeplanung. 2018 legte sie bei den gewerblichen Finanzierungen sowie bei den Einlagen „wieder stark zu“, erklärt Walter.

Vermögensmanagement für wohlhabende Göttinger

In Göttingen hat die Deutsche Bank ihre Marktstellung bei den vermögenden Privatkunden, dem Wealth Management, nach Darstellung des Filialdirektors „weiter ausgebaut“. Dabei ist der Vermögenserhalt „häufig erste Priorität“, so Walter. Die Erträge im globalen Geschäft mit Vermögenskunden gingen um 274 Mio. Euro (14 Prozent) zurück, was auf einen um 197 Mio. Euro geringeren Effekt aus dem Abbau von Altbeständen in Sal. Oppenheim zurückzuführen ist. Zudem waren die Erträge durch negative Effekte aus der Fremdwährungsumrechnung belastet. „Ohne diese Faktoren blieben die Erträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Wesentlichen unverändert“, betont der Göttinger Filialdirektor.

Von Michael Caspar