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Regional HAWK: 618 Deutschlandstipendien seit 2011
Nachrichten Wirtschaft Regional HAWK: 618 Deutschlandstipendien seit 2011
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00:20 22.04.2019
Wolfgang Viöl und Daniela Zwicker freuen sich über die ersten eingeworbenen Deutschlandstipendien in diesem Jahr. Quelle: r
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Göttingen / Gleichen

Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) hat im vergangenen Jahr zum dritten Mal die Höchstförderquote für das Deutschlandstipendium überschritten. Zuletzt habe diese sogar erstmals bei über zwei Prozent gelegen, wie die Stabsabteilung Presse- und Öffentlichkeit der Hochschule jetzt mitteilte.

Normalerweise darf eine Hochschule höchstens 1,5 Prozent ihrer Studierenden fördern. Erreichen andere Hochschulen im gleichen Bundesland diese Quote jedoch nicht, können überzählige Stipendien auf andere Universitäten und Hochschulen verteilt werden – so kam die Rekordquote im Jahr 2018 zustande. „Das Deutschlandstipendium an der HAWK ist eine Erfolgsgeschichte“, betont Sprecherin Sabine zu Klampen. Seit der Einführung des Stipendiums sei die Zahl der jährlich geförderten Studierenden von 22 im Jahr 2011 auf 118 im Jahr 2018 gestiegen. Insgesamt seien 2,2 Millionen Euro eingeworben und bis heute 618 Stipendien vergeben worden.

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150 Euro zahlt der Bund

„Diese Entwicklung war nur dank vieler engagierter Stifterinnen und Stifter möglich“, erklärt Wolfgang Viöl, HAWK-Vizepräsident für Forschung und Transfer. Die Hälfte der Förderungssumme übernehmen beim Deutschlandstipendium Privatpersonen, gemeinnützige Vereine oder Unternehmen als Sponsoren, die andere Hälfte (150 Euro monatlich) zahlt der Bund dazu. Eine Förderperiode läuft jeweils über ein Jahr. Für die Stipendiaten lohnt sich die Förderung aber nicht nur finanziell – oft ist sie auch mit wertvollen Kontakten in die Wirtschaft verbunden. „Führungen und Praktikumsangebote sind keine Seltenheit“, berichtet die HAWK aus bisherigen Erfahrungen. Einige Stipendiaten hätten auf diese Weise sogar ihren künftigen Arbeitsplatz gefunden.

Kontakte in die Wirtschaft

Durch den persönlichen Austausch können auch die fördernden Unternehmen profitieren – insbesondere jene, die auf der Suche nach Fachkräften sind. Bei der HAWK fördern mehr als die Hälfte der derzeit 78 Stifter übrigens nicht zum ersten Mal ein Deutschlandstipendium. Eine Firma, die schon mehrfach Studierende unterstützt hat, ist beispielsweise die Kappa Optronics GmbH aus Gleichen. „Mein Unternehmen hofft natürlich, neben dem sozialen Engagement, auch fähige Nachwuchskräfte heranzuziehen“, sagt Bernd Schlichting, Department Manager bei Kappa Optronics. Das Unternehmen fördert in diesem Jahr Tape Franck Vinny Gouane Bi, Student der Fakultät Naturwissenschaft und Technik in Göttingen. Bevor Gouani Bi für das Studium der Elektro- und Informationstechnik an die HAWK kam, lebte er mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern in der Republik Elfenbeinküste. Trotz großer sprachlicher Schwierigkeiten habe er das Studium bisher sehr erfolgreich gemeistert – allerdings sei ihm die Finanzierung schwer gefallen, weil seine Eltern ihn nicht unterstützen können. So jobbte er nebenbei, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dank des Deutschlandstipendiums kann er sich nun mehr auf seine Leistungen im Studium konzentrieren und hofft, seine Noten noch zu verbessern.

Weitere Stifter willkommen

„Auch in diesem Jahr möchten wir gern wieder mehr als 100 Studierende fördern, und schön wäre es, wenn wir die 118 aus dem Vorjahr überschreiten“, hofft Daniela Zwicker, Koordinatorin für das Deutschlandstipendium an der HAWK. Für die nächste Förderperiode hätten sich bereits Stifter gefunden, weitere seien willkommen. Gern dürfen sich auch Service-Clubs melden: In Hildesheim hat beispielsweise ein dort ansässiger Lions-Club bereits mehrere HAWK-Studierende gefördert.

Positive Entwicklungen auch andernorts

Nicht nur an der HAWK ist das Deutschlandstipendium zur Erfolgsgeschichte geworden. An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) werden beispielsweise momentan 21 Studierende mit einem Deutschlandstipendium gefördert – so viele wie nie zuvor. Angefangen hatte es hier im Jahr 2011 mit zehn Studierenden, insgesamt gab es an der UMG bisher 133 Förderungen mit einem Gesamtvolumen von 478 800 Euro, Bund-Anteile eingerechnet. An der Privaten Hochschule Göttingen (PFH) nutzen derzeit neun Studierende ein Deutschlandstipendium (2011: vier), insgesamt waren es hier bislang 68 (davon sieben mehrfach). Auch an der Georg-August-Universität und an der Berufsakademie Göttingen profitieren Studierende von Förderungen im Rahmen des Deutschlandstipendiums.

Von Markus Riese